Analysemöglichkeiten und Ergebnisse mit BibleWorks anhand von Epheser 2,8

 

Offene Fragen, die der Text aufwirft, und Antworten mit BibleWorks

Epheser 2,8 im Überblick und Fragen, die sich ergeben könnten
Der griechische Text stellt sich wie folgt dar: τῇ γὰρ χάριτί ἐστε σεσῳσμένοι διὰ τῆς πίστεως, καὶ τοῦτο οὐκ ἐξ ὑμῶν· θεοῦ τὸ δῶρον· Die Alte Elberfelder, die zuverlässigste Übersetzung von Gottes Wort (bis zum Kommen des Herrn ist kaum mit einer zuverlässigeren zu rechnen), übersetzt den Vers, wie folgt: „Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittelst des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe“. Wie die Jünger des Herrn Jesus sich durch viele Fragen ausgezeichnet haben, wenn sie gut liefen, sollten auch wir heute dem Herrn viele Fragen stellen und er antwortet gerne, auch, was diese Textstelle anbelangt. Beispiele für Fragen an den Herrn und sein Wort könnten sein:

1) Warum beginnt der Satz mit einem γὰρ („denn“)? Ein Verknüpfungswort wie „denn“, „daher“ etc. verknüpfen zwei Aussagen miteinander. Worauf bezieht sich die Begründung?

2) Was besagt der Dativ τῇ γὰρ χάριτί („durch die Gnade“) und warum steht der Artikel τῇ („die“) dabei?

3) Was bedeutet das Tempus (d.h. das gewählte Zeitregister: Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit, hier: Vergangenheit mit Bedeutung für die Gegenwart, d.h. das griechische Perfekt) bei ἐστε σεσῳσμένοι?

4) Warum gebraucht der Heilige Geist hier eine Kombination aus zwei Wörtern ἐστε („ihr seid“) und σεσῳσμένοι („gerettet), also eine sog. periphrastische Konjugation (d.h. das Verb wird nicht einfach gebraucht, sondern zusammengesetzt bzw. umschrieben, wie im Deutschen es (im Gegensatz zu früher) i.d.R. nötig ist und z.B. bei „ihr werdet lachen“ nötig ist (im Griechischen ist es sonst immer unnötig und überflüssig, ein einziges Prädikat mit drei Wörtern zum Ausdruck zu bringen, z.B. „ihr werdet lachen“  (3 Wörter) wird in Lukas 6.12 mit nur einem einzigen Wort geleistet, viel ökonomischer also, : γελάσετε. An anderer Stelle benutzt der Heilige Geist das selbe Wort als Simplex, d.h. ohne Kombination mit einem Hilfsverb wie hier in Epheser 2,8, nämlich: ἐστε („ihr seid“): Heißt es doch in Römer 10.13 πᾶς γὰρ ὃς ἂν ἐπικαλέσηται τὸ ὄνομα κυρίου σωθήσεται  ("denn jeder, der irgend den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden"), d.h. der selbe Schreiber, Paulus, gebraucht sonst ein Wort, also σῴζω („retten“) und nicht zwei wie in Epheser: ἐστε („ihr seid“) und σεσῳσμένοι („gerettet). Das ist keine unwichtige Frage, sondern kann hilfreich und wichtig sein, wenn man Gottes Wort gut verstehen will. Was ist der Unterschied? Warum tut der Heilige Geist das, was hat uns das zu sagen, auch für unser tägliches Leben?

5) Was bedeutet die Phrase διὰ τῆς πίστεως („mittelst des Glaubens“)?

6) Der Teil des Verses καὶ τοῦτο οὐκ ἐξ ὑμῶν· θεοῦ τὸ δῶρον („und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es) wirft ebenso viele Fragen auf. Das Prädikat „ist es“ steht nicht im Originaltext bei Paulus, sondern wurde sinngemäß von den Übersetzern abgedruckt) wirft auch Fragen auf, denn warum fehlt hier das Prädikat, denn in den Satz „und das nicht aus euch“ fehlt ja die Satzaussage, also das Verb bzw. das Prädikat. Was ausgesagt wird, steht nicht da. Und was muss man dann als Aussage annehmen oder erschließen, wenn es Paulus den Lesern zumutet, dass diese es leicht selbst wissen können? Sollte man es doch nicht wissen, kann man sich Hilfe holen.

7) Eine Frage, die auch zur Abwehr von ganz falschen Lehren, beantwortet werden kann, ist: Worauf bezieht sich καὶ τοῦτο („und dies“)?

Man könnte freilich noch weitere Fragen stellen, z.B. wieso θεοῦ τὸ δῶρον (Gottes Gabe) θεοῦ davor steht. Auch da würde man Antworten bekommen, wenn man Beispiele aufruft (Antwort: der Gegensatz Euch-Gott ist da und daher wird Gott durch die Versetzung nach links betont).

Umsetzung der Fragen in BibleWorks
Vorüberlegung

Am Anfang steht immer die Frage, wie sage ich es meinem Programm. D.h. wenn ich konkrete Fragen haben, wie die Jünger an den Herrn Jesus, dann geht es darum, wie ich diese formuliere, damit ich genau die Antworten bekomme, die ich wissen will. Das nennt man Operationalisierung, d.h. ich muss die Frage so und nicht anders stellen, das ich die und keine andere Antwort bekomme, die mich interessiert.  Es ist völlig normal, wenn man Fehler macht, nur müsste man daraus lernen und die Vorgänge dann optimiert wiederholen.  Wir wollen den Vers vor Augen haben, der uns interessiert. Zur Wiederholung: Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Eine langsame für Anfänger, eine schnelle für Fortgeschrittene. Die langsame ist, dass man im “Browse Window“ erst die gewünschte Bibel anklickt (im Bild ist das BYM, also der byzantinische Text, für eine gute deutsche Übersetzung klickt man ELO an), danach kann man rechts daneben das Bibelbuch (hier „Ephesians“ für Epheser), dann das Kapitel (hier „2“) und den Vers (hier „8“) eingeben:

Wenn man etwas geübter ist, geht das aber auch in Sekunden über eine Eingabe im linken „Search Window“, indem man erst „BYM“ eingibt, mit Return quittiert und dann „Eph 2 8“ eingibt. Das geht dann so schneller, wenn man die Abkürzungen der Bibelbücher bereits im Kopf hat. Am Anfang ist das nicht der Fall und daher Variante 1 besser (aber langsamer). Es ist uns klar, wenn wir auf die Eingabe hin Gottes Wort untersuchen, dass wir damit nicht die Septuaginta aufrufen können (dazu wäre BGM nötig) und dass wir mit einer morphologisch codierten Bibel arbeiten, d.h. BYM hat den großen Vorteil, dass jedes einzelne Wort mit allen Informationen versehen ist, die ein Wort haben kann (welche Wortart ist gefragt: Verb, Nomen, Adjektiv etc., dann geht der Code immer weiter, bis in Details, z.B. ist es Einzahl oder Mehrzahl). Das können wir also alles suchen und aufrufen. Ein Blick auf den Vers würde bei korrekter Eingabe so aussehen:
 

 Es empfiehlt sich für den ersten Überblick erst einmal eine zuverlässige deutsch Übersetzung zu lesen, mit ELO sieht man die Alte Elberfelder für den Vers, denn kann man auch EL3 (die CSV Elberfelder noch dazunehmen). Will man mehr oder alle Übersetzungen anzeigen, wählt man die gewünschte bei der Auswahl der Übersetzungen aus (d.h. man klickt mit der rechten Maustaste auf dahin, wo im Bild „BYM“ angezeigt ist), etwa wenn man ein Panoptikum, d.h. einen Gesamtüberblick über die deutschen Übersetzungen gewinnen will:

Bevor man in Detailfragen geht, bietet sich ein Überblick über den gesamten Satz an. Sehr schön dabei ist, wenn man sich erst einmal den Vers im griechischen Original als Audio anhört. Dabei ist zu beachten, dass BibleWorks die Audios nur kapitelweise aufrufen kann. Also kann man Verse nicht einzeln ansteuern. Man kann dies tun, indem man mit der rechten Maus in einen griechischen Text klickt (nicht codiert, also BYZ, sonst erscheint die Auswahl nicht). Dann kann man sich das Kapitel erst einmal anhören und auf Deutsch oder Griechisch mitlesen. In unserem Fall gelangt man nach 1.45 Minuten in unserem Vers 8. Wichtig dabei ist, dass BibleWorks das Audio-Angebot sowohl für den Nestle-Aland Text hat (“Open NA 27 Audio Player“) als auch für den zuverlässigen Byzantinischen Text („Open BYZ Audio Player“). Die Audio Dateien hat der Herausgeber, Maurice Robinson, gratis bereitgestellt. Sie wurden in einem Tonstudio aufgenommen.
Es gäbe Audio Dateien für da griechische NT auch von Dr. Tyler, die den Vorteil haben, Details wunderbar zu betonen und ohne Englischen Dialekt zu sprechen, jedoch sind diese nicht gratis. Können aber sehr viel Nutzen bringen, da sie eben sehr exakt und qualitativ kaum zu überbieten sind (auf Anfrage per CD oder auch per Download bei http://audiohebrewgreekbible.com – Der Autor ist auch Christ und sehr freundlich, kann das Angebot aber nicht gratis bereitstellen, da auch er leben muss). Wer sehr schnell Griechisch erlernen will, kann sich das Leben sehr viel einfacher machen, wenn er die griechischen Audios hört und eine deutsche Übersetzung, denn dann geht der Spracherwerb didaktisch sehr vorteilhaft. Man kann auf die Weise Griechisch recht schnell einigermaßen brauchbar erlernen, z.B. indem man bereist die Aussprache praktisch automatisch vorgelesen bekommt. Das Angebot von BibleWorks ist gratis und ein wunderbarer erster Einstieg, sollte man akzentfreie Angebote wünschen, müsste man das bei Br. Tyler bestellen. Per Download ca. 40 Euro, ggf. kann man eine Vergünstigung bekommen, wenn man den Postweg umgeht und die Dateien direkt per Internet bezieht). Epheser 2 würde unter folgendem Link anzuhören sein: https://www.dropbox.com/s/h4ewcht9brb4hz4/2.mp3?dl=0


BibleWorks liefert für jeden Satz im Neuen Testament eine recht brauchbare grobe Übersicht, indem man mit der rechten Maustaste in eine der griechischen Übersetzungen klickt und „Open NT Diagram at this Word“ aufruft. Tut man dies müsste der Bildschirm etwa wie folgt aussehen:Man sieht, dass die Autoren von BibelWorks den Vers 8 und 9 als eine zusammengehörige Einheit darstellen (Eph 2:8-9). Der Satz wird nicht als Satz sondern als Diagramm dargestellt. Einziger Nachteil dabei ist, dass BibleWorks nur den Text nach Nestle-Aland als Diagramm liefert (BGM/BGT), unser Text ist jedoch nach BYM (byzantinischer Text), daher muss man die Unterschiede verrechnen. Wie die Diagramme die Arbeit vereinfachen können, würde eine eigene Darstellung rechtfertigen. Zunächst genügt es, wenn man mit der Maus über die Wörter fährt und sich die Übersetzung aufruft. Die gestellten Fragen nacheinander bzw. wie man es BibleWorks mitteileilt, was man will
Fährt man über das erste Wort, erhält man den morphologischen Code angezeigt und den englischen Wörterbucheintrag:

Das Diagramm schlüsselt also unseren Ausgangsvers bildhaft auf und führt uns zur ersten gestellten Frage. Aus Gründen der Darstellung sind die Möglichkeiten knapper gehalten als sie de facto sind. Die Ausführungen sind also eher als erster Einstieg weniger als allumfassend zu verstehen.

Antwort auf Frage 1 die Bedeutung von  „γὰρ“ („denn“) in Eph 2,8?
Es geht uns also um das zweite Wort im Satz. Wir hatten bereits gehen, dass BibleWorks diese Wort als Konjunktion klassifiziert. Diese Wortart verbindet (lat.: konjungere) Sätze miteinander. Man muss also den Text davor lesen, um zu wissen, warum Paulus hier gerade γὰρ verwendet. Dazu rufen wir in BibleWorks zunächst die Alte Elberfelder (ELO) auf, um das ganze Kapitel vor sich zu haben. Dies geschieht, wenn man eine andere Bibel ausgewählt hatte, indem man direkt mit der linken Maustaste auf die ELO klickt. Dadurch wird sie blau und als Suchversion ausgewiesen:  
Wenn wir das ganze Kapitel in der ELO aufrufen wollen. Können wir links neben der ELO-Anzeige auf den Modus schalten, in dem nur eine einzige, und zwar die ausgewählte Version, angezeigt wird. Wir klicken also auf das Icon links neben ELO (Hinweis: die ELO ist in der Darstellung an manchen Stellen grau, da die Einstellung gewählt wurde, Unterschiede zu anderen Bibel anzuzeigen. Dies kann über folgenden Eintrag geschehen:
Dort kann man die gewünschten zu vergleichenden Bibeln in ihrer Abkürzung eintragen und per „Apply“ anzeigen lassen.

Im Ein-Bibel-Modus erhalten wir also folgendes Bild:

 

Will man wieder zurück in den Mehr-Bibel-Modus, geschieht dies ebenfalls mit einem Klick auf dieses Icon.
Nun kann man sich den Kontext durchlesen und sieht, dass Paulus im Vers davor bereits von der Gnade Gottes sprach, die uns alles geschenkt hat, d.h. dass Christen vom Tode zum Leben kamen, sogar sich der Stellung nach bereits in den himmlischen Örtern befinden. Gott hat so in Christo gehandelt und erweist seine reiche Gnade in dem Herrn Jesus. Der Grund für all dies und insbesondere das Vorrecht, dass unser Platz in den himmlischen Örtern ist, wird nun mit  γὰρ“ („denn“) begründet. Für das erste Wort im Diagramm erschien ja γὰρ, angegeben mit der englischen Bedeutung „for“ (Deutsch: „denn“). Darunter der morphologische Code: „conjunction coordinating“. Paulus koordiniert, d.h. ordnet die Gedanken, also so, dass er einen Grund in Vers 8 nachschiebt, wie das alles geschehen konnte und gibt Auskunft, warum Gott so gehandelt hat und das tut er im Vers 8 τῇ γὰρ χάριτί ἐστε σεσῳσμένοι διὰ τῆς πίστεως, καὶ τοῦτο οὐκ ἐξ ὑμῶν· θεοῦ τὸ δῶρον· „Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittelst des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe“. Der Grund für die Segnungen ist, dass wir durch seine Gnade gerettet sind. Die Konjunktionen wie hier „denn“ können mannigfaltig sein und lassen sich am besten in einem guten Wörterbuch nachblättern.  Für BibleWorks gibt es das deutsche Wörterbuch nach Preusschen (als Zusatzmodul). Wer etwas firm im Englischen ist, der kann auf LIddell-Scott zurückgreifen, das bisher nicht übertroffen ist. Dies geschieht, indem man über da Wort wie hier γὰρ fährt und mit der rechten Maustaste „Lookup Lemma in Lexicon Browser“ anwählt. Alternativ dazu kann man auch die Wörterbücher im rechten Analysis Window per Mouseover anzeigen. Der Bildschirm sähe für erste Variante so aus:
Mit etwas Englisch im Rückgriff erkennen wir, dass es für γὰρ heißt: „introducing the reason or cause of what precedes“, d.h. γὰρ („denn“) „leitet den Grund oder die Ursache dessen ein, was vorausging“. Und genau so ist es in Eph 2,8. Man könnte nun mit BibleWorks Vergleichsverse aufrufen, wo dies bestätigt werden würde. Dies geschieht, indem der Nutzer auf „search on lemma“ im Griechischen Text mit der rechten Maustaste klickt und alle anderen Stellen mit dieser wichtigen Konjunktion . γὰρ („denn“) aufruft: Spätestens, wenn man einige Verse, wenn nicht alle, obwohl dies viele wären, gewinnt man auch bereits rein intuitiv ein Verständnis, was der Heilige Geist mit diesem Wort sagen will. In dem Überblick wird γὰρ („denn“) gelb markiert und mit etwas Übung erkennt man, dass es in den Sätze immer an zweiter Stelle steht, das sind seine Stellungseigenschaften. Im Deutsche steht es hingegen an erster Stelle: „Denn durch die Gnade seid ihr errettet“.
Wenn man alle oder einige Parallelstellen für dieses Wort aufrufen will, kann man dies mit den beiden Pfeiltasten im Search Window und die Ergebnisse werden automatisch im mittleren Fenster aufgerufen. So kann man schon Gottes Wort auf eine einziges Wort, wenn es von Interesse ist umfassend studieren. Die erste Frage kann man also mit BibleWorks mehr als umfassend beantworten. Ohne dass dies an dieser Stelle ausreichend beschrieben werden kann. Ist das Wort auch im Alten Testament von Interesse, schaltet man auf BGM (griechische Übersetzung: Septuaginta) und kann lesen und studieren, so viel das Herz begehrt.  Unser Antwort wäre also: Paulus liefert eine Begründung für das, was er vorher gesagt hat.

Antwort auf Frage 2: Die Bedeutung von τῇ γὰρ χάριτί („durch die Gnade“) und warum der Artikel τῇ („die“) dabei steht
Wieder ist es sinnvoll andere klare Beispiele zu suchen und auf den Vers anzuwenden. Man kann als ersten Versuch immer zunächst das gleiche Vorkommen, also hier τῇ γὰρ χάριτί („durch die Gnade“) überall im NT suchen. Dazu markiert man den Ausdruck (vor dem Wort mit der linken Maus klicken, bis zum Ende ziehen und dann loslassen), dann mit der rechten Maustaste das Kontextmenü aufrufen und „Search for Phrase“ anklicken. Dann zeigt BibleWorks alle Vorkommen der markierten Wörter in genau gleicher Abfolge an, das Tool sagt uns also ob τῇ γὰρ χάριτί („durch die Gnade“) so noch einmal vorkommt. Das Ergebnis ist negativ und nur Epheser 2,8 erscheint im Search Window als Treffer. Man sieht, nebenbei bemerkt auch, wie diese Suche im Eingabefeld lautet. Würde man also in BYZ das Hochkomma und dann τῇ γὰρ χάριτί eintippen, käme man auf das gleiche Ergebnis:

Auch eine Suche in BYM, die nach Lemmas sucht liefert nicht mehr Treffer:


Wir müssen also weitergehen, um Parallstellen anzuzeigen, da auch eine Suche mit BGT (Septuaginta) nicht noch eine zweite Stelle anzeigt. Paulus hat also damit etwas Einmaliges in der Bibel geschrieben. Nur wollen wir, wenn es keine direkten Entsprechungen für τῇ γὰρ χάριτί („denn durch die Gnade“) gibt, das nächst ähnliche Beispiel. Hierbei machen wir uns das Leben nicht schwerer als es eh schon ist und lassen die Konjunktion γὰρ („denn“) aus den Überlegungen weg und suchen nach alle Vorkommen von τῇ χάριτί („durch die Gnade“, d.h. γὰρ „denn“ lassen wir weg. Da wir es, wie gesagt, einfach haben wollen, und ggf. Griechisch auf der Tastatur nicht richtig tippen können, lassen wir es dem PC übrig, die Eingabe für uns zu übernehmen. Das geschieht, wenn wir die gesuchten Wörter in der codierten Version BYZ auf die rechte Maustaste klicken und per „Append to Command Line“ an das Eingabefeld übersenden, erst das eine, dann das andere (Hinweis: Sollte noch etwas im Eingabefeld stehen, dann mit „Escape“ dieses löschen):

Im Gegensatz zur vorigen Suche (als wir eine genaue Abfolge markierten) finden wir hier einen Punkt am Anfang der Eingabe links: „.ὁ χάρις“. Der Punkt „.“ am Anfang bedeutet eine Und-Suche, d.h. BibleWorks spuckt alle Vorkommen aus, wo ὁ und χάρις irgendwo im Satz vorkommt. Das führt zu folgendem Ergebnis:
In 132 Versen kommen die Wörter 455 Mal vor, sie nehmen dabei 29 verschiedene Formen an. Die beiden Suchwörter werden gelb markiert angezeigt. Wir wollen aber nicht alle Formen (keinen Akkusativ, keinen Nominativ auch keine Mehrzahl), sondern genau das in Eph 2,8. Wir bestücken also die Suche mit ein und demselben grammatischen Code. Dieser steht in BYM hinter den einzelnen Wörtern, sodass man ihn blau (siehe Bild unten) markieren und in die Zwischenablage (per Steuerung+C) holen und in der Eingabe im Search Window (per Steuerung + V) einsetzen kann (Leerzeichen vermeiden). Dann ergibt sich dieses Bild:  
Dabei bedeutet die Eingabe o@ddfs von links nach rechts: o = Lemma, hier der Artikel „der“, @= Angabe, das nun Code folgt, ddfs (d=definite Article, d.h. die Wortart  ist der Artikel, das zweite d=Dativ, d.h. der Kasus/Fall gibt Antwort auf „wem oder was?“ oder im Griechischen auf „wodurch?“. f=das Genus/Geschlecht des Artikels ist feminin (weiblich), denn Gnade ist ebenfalls feminin und der Artikel stimmt i.d.R. damit überein. S = Singular, d.h. es geht um die Einzahl, nicht um das Wort im Plural). Das zweite Wort χάρις@ndfs bedeutet:  χάρις = Lemma, das griechische Wort für „Gnade“. N = Nomen (die Wortart).Das folgende „dfs“ ist mit dem Code des Artikels gleich (Dativ, feminin, Singular). Wir erhalten diese Anzeige:

Das sind 2 Formen (die genaue des Artikels ὁ  („der“) und die genaue des Nomens χάρις („Gnade“) also τῇ χάριτι. Allerdings fällt uns auf, dass die beiden Wörter z.B. in Col 3.16 nicht zusammen stehen, wie es in Eph 2,8 ist. Das ändern wir ganz einfach, indem wir den Punkt („.“) am Beginn der Suche mit einem Hochkomma austauschen (die vorigen Suchen muss man nicht neu eingeben, wenn man nur etwas ändern will, sondern kann die mit den Pfeiltastenj auf der Tastatur wieder anzeigen, wenn es weg ist). Dann haben wir folgendes Ergebnis:

Die 7 Verse kann man dann genauer ansehen, indem wir mit den Pfeiltasten alle durchgehen:

Acts 13:43 Als aber die Synagoge aus war, folgten viele der Juden und der anbetenden Proselyten dem Paulus und Barnabas, welche zu ihnen sprachen und ihnen zuredeten, in der Gnade Gottes zu verharren.
Dieses Beispiel ist keine direkte Parallele, da der Dativ vom Verb erforderlich gemacht ist (erkennbar durch ein Blick in das Wörterbuch). In Ep 2,8 ist dies nicht der Fall, sondern der Ausdruck τῇ χάριτι nicht vom Verb abhänig, sondern ein sog. Freier Dativ. Ebenso Apg 14,26 und Apg 15.40, wo der Dativ nicht frei ist, sondern das indirekte Objekt angibt, d.h. Antwort auf die Frage „wem oder was ?“ leistet. 1Kor 1.4 ist mit ἐπὶ τῇ χάριτι („für die Gnade“) auch kein direktes Vergleichsobjekt, da der Dativ nicht frei ist, sondern auf die Präposition ἐπὶ reagiert (sog. Kasusrektion, d.h. die Präposition löst einen Dativ aus). So ist es auch in 2Kor 8.7 und 2Tim 2.1. Wir haben also kein direktes analoges Beispiel gefunden. Zudem fällt uns auf, dass Eph 2,8 selbst gar nicht in der Liste ist. Das liegt daran, dass wir genau nach τῇ χάριτι gesucht hatten. Im Ausgangangsvers steht aber τῇ γὰρ χάριτί („denn durch die Gnade“). Also γὰρ („denn“) ist zwischen Artikel und Nomen. Das können wir mit einem Platzhalter („*“) ersetzen und so Treffer haben, wo zwischen τῇ und χάριτι noch irgendein Wort stehen kann. Nach der Eingabe erhalten wir diesen Bildschirm und diese Treffer:

Es ist also unser Ausgangsvers Eph 2,8 mit enthalten und so erhielten wir nun direkte Treffer, die diesem entsprechen. Wenn man sie einzeln durchgehen, sehen wir auch eine semantische  (der Bedeutung nach) Parallele:

In Römer 3.24 wird in der ELO der Ausdruck mit „durch seine Gnade“ übersetzt. Der Platzhalter („*“) ist also mit αὐτοῦ (“sein“) gefüllt.  Ebenfalls in Titus 3,7, wo es heiß: “durch seine Gnade“.
Damit schließen wir, dass wir in Eph 2,8 wie in den beiden anderen Stellen eine freie Angabe haben, wodurch bzw. wie etwas geschieht haben. Die beiden anderen Stellen sprechen von Rechtfertigung aus Gnade. Eph 2,8 von der Rettung  “durch Gnade”. Dieser Dativ gibt also an, welches sog. Mittel notwendig war, um uns zu retten, dieser Dativ wird daher “Dativus instrumentalis” genannt (also eine Angabe, dass Gott seine Gnade einsetzte,  um uns zu retten), weitere Vergleiche wären nötig, um einen Dativus Causae zu prüfen, also eine Angabe, aus welchem Grund wir gerettet wurden, nämlich, weil Gott gnädig ist. Um diese Frage zu prüfen, müsste man mit BibleWorks andere Wörter als dieses (“Gnade”) mit in die Vergleiche aufnehmen und dies würde den Platz hier sprengen, wäre aber sehr wichtig und interessant.

Die Frage, warum Paulus einen Artikel “durch die Gnade” gebraucht, führt uns zu dem Gedanken, Stellen zu suchen, wo der Artikel fehlt, um dann den Unterschied zu erkennen, wenn er dabei ist. Dabei müssen wir nicht viel tun, den mit dem Ausrufezeichen („!“) können wir die Eingabe für ein Wort verneinen. Wenn wir also keinen Artikel „der“ haben wollen, tippen wir „!“ davor ein und lassen die Suche ablaufen. Dann haben wir diese Treffer:

Da aber Stellen wie Eph 2,8 und Römer 3.24 erscheinen, wo der Artikel ein Wort weiter links steht, aber dennoch nicht angezeigt werden soll, geben wir noch folgenden Zusatz an, dass der Artikel in zwei Wörtern vor χάριτί nicht erscheint, indem wir einfach den Ausdruck !o@ddfs (per Copy-Paste) noch einmal platzieren. Dann erhalten wir:

Wenn man die Liste durchgeht würde sich zeigen, dass der „Gnade“ ohne Artikel allgemeiner Natur ist und sich nicht auf etwas bezieht, was bereits definiert oder festgelegt oder schon im Text besprochen war, bezieht. Das sieht man z.B. in Römer 11:6 Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade. Hier geht es um das allgemeine Prinzip der Gnade, das besprochen wird, es ist nicht näher eingeschränkt (d.h. restringiert), z.B. wir man manchmal sagt „Gnade zum Reden“. 
Bei Treffern mit Artikel vor Gnade, wie vorher durchgeführt hatten wir im Gegensatz, Restriktionen (d.h. nähere Einschränkungen der Bedeutung), z.B. 2Timotheus 2:1 Du nun, mein Kind, sei stark in der Gnade, die in Christo Jesu ist; Es handelt sich nicht um die Gnade Gottes des Vaters (obwohl die davon nicht zu trennen wäre), sondern speziell um die in Christo, d.h. die Restriktion „in Christo“ schränkt den Gebrauch ein.

In Epheser 2,8 hatten wir im Kontext gelesen, dass die Gnade im Vers davor schon genannt wurde: „auf daß er in den kommenden Zeitaltern den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns erwiese in Christo Jesu“. Somit gebraucht Paulus den Artikel, nicht um über Gnade allgemein zu schreiben, sondern um auf die eben genannte Gnade zu verweisen. Diesen Unterschied haben, auch wenn man mehr sagen könnte, die Vergleiche gezeigt.  Damit ist Frage 2 hinreichend beantwortet. Es handelt sich um eine Angabe wie bzw. warum und Gott gerettet hat, durch/aus Gnade, und Paulus greift mit dem Artikel auf die bereits genannte Gnade zurück und führt sie näher aus.

3) Die Bedeutung des Tempus von ἐστε σεσῳσμένοι („ihr seid gerettet“)

Man könnte, wenn man viel Zeit hätte, auch per Mausklick alle Vorkommen von σῴζω („retten“) durchsehen, wenn man ein Wortstudium betreiben wollte, etwa, indem man über das Wort fährt und mit der rechten Maus „search on Lemma“ in BGT (d.h. im AT mit der LXX) aufruft. Dies würde viele Treffer geben:

Daher müssen wir die Suche einschränken und zwar auf das, was wir wissen wollen. Wir wollen die Form näher einschränken auf das vom Heiligen Geist gewählte Perfekt. Dazu wählen wir das gewünschte Wort und schicken es an das Eingabefeld und modifizieren auf:  σῴζω@vpxp*. D.h. wir suchen das Lemma mit dem Code: v=Verb; p=Partizip;x=Perfekt; p=Passiv. Die Endungen lassen wir mit der Angabe („*“) offen. Dabei erhalten wir nur einen weiteren Treffer, nämlich Eph 2,5:

Das ist uns für Vergleiche zu wenig und wir müssen die Suche für mehr Treffer öffnen. Wir setzen an die Stelle, die das Partizip angegeben hat ein Fragezeichen und lassen diese Kategorie offen. Dadurch erhalten wir mehr Treffer, allerdings nicht nur Partizipien wie „gerettet“, sondern auf Indikative etc.. Das Passiv, also das etwas mit dem Subjekt geschieht und es nicht selbst rettet (wäre: Aktiv) lassen wir bestehen:

Um eine Stelle aufzugreifen kann man Luk 7.50 auf ELO stellen und den Kontext aufrufen:

 

Der Satz, der uns interessiert lautet ἡ πίστις σου σέσωκέν σε („Dein Glaube hat dich gerettet“). Wir finden also σῴζω („retten“) im Passiv, d.h. die Frau rettet niemand anderen, sondern wird gerettet, also Subjekt, d.h. wer oder was gerettet hat, wir „Der Glaube“ genannt. Der Akkusativ σε („dich“) zeigt an, wer gerettet wurde, nämlich die von Jesus angesprochene Frau selbst. Sie wurde durch Glaube an den Herrn gerettet. Als der Herr dies sagte, war der Glaube bereits vorhanden, da er ihr bereits in V. 48 die Vergebung zugesichert hatte, das kann nie auf Unglaube gegenüber der Person des Herrn Jesus zugesagt werden. Warum gebraucht der Herr nun das Perfekt („er hat gerettet“) und nicht das Präsens („er rettet dich“) oder das Futur („er wird dich retten“)?

Um dieser Frage nachzugehen, sehen wir uns den Eintrag in der Wallace-Grammatik in BibleWorks zum Gebrauch eines Perfekts zusätzlich an. Durch Vergleiche würde man zu ähnlichen Ergebnissen kommen, nur wollten wir uns vergewissern, was eine Grammatik dazu sagt. Diese rufen wir auf, indem wir den folgenden Pfad öffnen und die Datei anzeigen:
 

Dort suchen wir den Eintrag zum Perfekt und verschaffen uns einen Überblick (per Copy-Paste kann man sich Englisch auch per Google-Translator auf Deutsch übersetzen lassen):

Wie man im Überblick sieht, listet Wallace, der in textkritischen Fragen ganz falsch liegt, aber hier, auch als Theologe, die ja keine Sprachwissenschaft erlernt haben, einige richtige Aussagen zum Perfekt trifft. Oft sind Grammatiken von Klassizisten wesentlich präziser, jedoch erscheint uns der Eintrag hilfreich.  Allerdings sind auch an der Stelle die Darstellungen fachlich nicht vollkommen präzise, wenn man in anderen Grammatiken (z.B. im Encyclopedia of Ancient Greek Language and Linguistics) nachliest, erscheint richtigerweise kein „allegorisches Perfekt“ wie bei Wallace, mit dem man auf das Alte Testament verweisen könnte. Das das Perfekt in der griechischen Sprache ja nicht nur für Referenzen auf das Alte Testament gebraucht wurde, in den geringsten Fällen, ist dieser Eintrag vollkommen deplatziert. Diese Fehler kommen sehr gewöhnlich vor, wenn fachfremde Personen über einen Gegenstandsbereich nachdenken, in dem sie nicht ausgebildet sind. Dennoch erscheint uns einiges sinnvoll, nämlich, dass Wallace schreibt, dass das Perfekt Vergangenheit und Gegenwart kombiniert, je nachdem liegt die Betonung auf der Vergangenheit oder auf der Gegenwart oder sie ist gleich verteilt. Angewandt auf die Stelle über den Glauben der Frau, auf den der Herr in einer Perfektform als ihre Rettung hinweist, kann man sagen, dass die Frau, wie auch wir Christen, zum Zeitpunkt, als sie zum Herrn Jesus fand auch Rettung fand (der Name des Herrn bedeutet ja auch „Gott rettet“), die Rettung ist aber nicht nur punktuell, sondern sie hält weiter an, die Frau wurde gerettet und sie ist gerettet und wird es immer bleiben. Zum Zeitpunkt, als Jesus mit ihr spricht war sie es in der damaligen Gegenwart. Diese Kombination aus dem Zeitpunkt der Errettung, als sie zum Herrn kam, und dem Gespräch danach, als sie als Gerettete angesprochen wird, leistet das Perfekt. Übertragen auf Eph 2,8 bedeutet dies genau das gleiche: Ab dem Zeitpunkt, als wir zu Jesus fanden sind wir gerettet, von dem Zeitpunkt ab egal zu welcher Zeit, auch bis in Ewigkeit sind und bleiben wir gerettet. Das bringt auch Paulus in Eph 2,8 zum Ausdruck. Mit dem Blick in die Wallace Grammatik können wir, wenn wir es nicht genauer wissen wollen, auf Seite 574 folgendes zu Eph 2,8 und unserer Frage, warum zwei Wörter und nicht eines gebraucht wurden (Periphrase) lesen: „Along these lines, it should be noted that as many faults as the KJV has, it fre­quently has a superior rendering of the Greek perfect over many modern trans­lations. (Recall that the KJV was produced during the golden age of English, during Shakespeare’s era.) For example, in Eph 2:8 the KJV reads “for by grace are ye saved,” while many modern translations (e.g., RSV, NASB) have “for by grace you have been saved.” The perfect periphrastic construction is most likely intensive, however. The KJV translators, though not having nearly as good a grasp on Greek as modern translators, seem to have had a better grasp on English. They apparently recognized that to translate Eph 2:8 with an English perfect would say nothing about the state resulting from the act of being saved.

Auf Deutsch würde man sagen, wenn man Wallace in seine knappen Aussage zu Eph 2,8 recht geben würde, dass die Periphrase ἐστε („ihr seid“) zusammen mit σεσῳσμένοι („gerettet) die Aussage intensiviert. Wenn man dies anhand von Beispielen in BibleWorks nachbilden würde, könnte man dies leicht etwas genauer beschreiben und wesentlich mehr dazu sagen. Leider fehlt die Zeit, dies hier zu tun. Für eine knappe Antwort reicht es uns aus. Wichtig ist für unser tägliches Leben, dass wir seit dem Zeitpunkt der Hinwendung zum Herr Jesus gerettet sind und bleiben (Perfekt: Kombination auf Vergangenheit (Bekehrung und Rettung) und Gegenwart: wir sind es bis heute und werden es immer sein).

5) Antwort, was διὰ τῆς πίστεως („mittelst des Glaubens“) bedeutet
Die hier gebrauchte sog. Präpositionalphrase (d.h. ein zusammengehöriger Ausdruck, der von einer Präposition wie z.B. „durch“, „im“, „vom“ regiert wird) διὰ τῆς πίστεως („mittelst des Glaubens“) kann mit BibelWorks genauer angeschaut werden und die Frage nach dem Unterschied zu anderen Stellen beantwortet werden, da πίστις („Glaube“) auch mit anderen Präpositionen verbunden sein kann: κατὰ τὴν πίστιν („nach dem Glauben”) in Matthäus 9.29 oder ἐπὶ τῇ πίστει τοῦ ὀνόματος („durch den Glauben an seinen Namen“) in Apostelgeschichte 3.16 oder βεβαιούμενοι ἐν τῇ πίστει  („befestigt in dem Glauben“) wie Kolosser 2,7 oder περὶ τὴν πίστιν („betreffs des Glaubens“) in 1Timotheus 1.19 oder ἀπεπλανήθησαν ἀπὸ τῆς πίστεως  („abgeirrt von dem Glauben“) in 1Tim 6.10 (Hinweis: die Präposition ist im Griechischen und Deutschen zum einfacheren Verständnis unterstrichen). Wenn man sich einen Gesamtüberblick darüber verschaffen will, könnte man einmal mit und einmal ohne Artikel sichen, indem man zwei Reiter (1 und 2) im Eingabefeld zum Eintippen der Suche benutzt, die man dann hin- und herschalten kann. Zunächst also die Eingabe:  ´*@p o πίστις. D.h. wir suchen nach allen Wörtern mit der Eigenschaft (@), dass sie eine p (Präposition) sind, genau gefolgt von einem Artikel o (der) und dem Wort πίστις. Da wir in einer codierten Bibel arbeiten, zeigt es uns alle Formen an:



Die zweite Suche verzichtet auf den Artikel, den wir einfach löschen, nachdem wir mit Copy-Paste die Suche vom ersten Reiter übernommen haben, d.h. wir suchen Präpositionen aller Art, nach denen πίστις („Glaube“) vorkommt.

Wir können zwischen den beiden Reitern hin- und herspringen, um uns alle Ergebnisse anzuzeigen. Mit dieser Suche kann man sich ein Bild darüber verschaffen, wie Glaube mit Präpositionen zusammen wirkt. Damit werden verschiedene Relationen des Glaubens beschrieben, die man sich bei Interesse näher ansehen kann. Will man spezifisch διὰ τῆς πίστεως  (“mittelst des Glaubens“) aufrufen, geschieht das, indem man den Platzhalter („*“) durch das konkrete Wort ersetzt:

Wenn man die Treffer durchgeht, erhält man Aufschluss, wie die Phrase zu verstehen ist, z.B. sieht man in Römer 3.25, dass man mittelst des Glaubens Zugang zur Sühung haben kann, in Römer 3.30 spricht der Geist Gottes von Rechtfertigung der Heiden durch den Glauben,  in Römer 3.31 sagt Paulus, dass das Gesetz nicht durch den Glauben aufgehoben wird. Galater 3.14 sagt den Zugang zu den Verheißungen durch den Glauben zu. Dito 3.26 wird uns die Gotteskindschaft durch den Glauben an Christus zugesichert.  In Eph 3.12 haben wir durch den Glauben Zugang zu den Zusagen Gottes. Eph 3,17 sagt, dass Christus durch den Glauben in unseren Herzen wohnt.  Durch den Glauben sind wir mitgestorben und mitauferweckt, sagt Kol 2.12. In Hebr 11.39 haben die Helden durch Glauben Zeugnis erhalten.

Ein Eintrag im Liddell-Scott Lexikon (für den Gebrauch mit dem Genitiv wie hier, denn auch der Akkusativ kann folgen) sagt aus, dass u.a. eine instrumentale oder kausale Verwendung mit dem Genitiv möglich ist, d.h. erscheint es naheliegend  in Eph 2:8 διὰ τῆς πίστεως („mittelst des Glaubens“) von τῇ χάριτί („durch die Gnade“) abzuheben: Denn durch die Gnade (Antwort auf die Frage: warum?) seid ihr errettet, mittels des Glaubens (Antwort auf die Frage: wie?); und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es;
Damit wird auch deutlich, da beide Ausdrücke sich von einander abheben, dass τῇ χάριτί („durch die Gnade“) eher ein Dativus causae, also eine Angabe für den Grund, den Gott hat, ist, denn διὰ τῆς πίστεως („mittelst des Glaubens“) leistet eher eine Angabe des Mittels, also wie wir Zugang zu der Rettung haben können.

6) Warum der Satz „καὶ τοῦτο οὐκ ἐξ ὑμῶν· θεοῦ τὸ δῶρον“ kein Präikat (Verb) hat. “Und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es;“

Dazu modellieren wir die Strukur mit BibleWorks nach, suchen also in einer codierten Version wie BYM nach der Abfolge wie bei καὶ τοῦτο, schicken die Wörter aus der Version BYM per „Append to Command line“, das wir schon gesehen hatten, wie es geht. Nutzen das Hochkomma und schließen aus, dass danach noch Verben bzw. Prädikate vorkommen. Dies tun wir mit der Anzeige !*@v*, womit wir alle Wörter in der Suche ausschließen, die v= ein Verb sind, egal welcher Subklassen. Wir kopieren dies so oft wir kein Verb wollen in die Eingabe, starten die Suche und kommen auf Folgendes:
 

Ein analoger Treffer ist Römer 11.27 „und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde". Im Griechischen Text steht kein Verb nach καὶ αὕτη (“und diese”). Überlegt man sich den Grund, dann ist anzunehmen, dass bei Sätzen, wo das Prädikat glasklar ist, dieses weggelassen werden kann (sog. Nominalsätze, also Sätze ohne Prädikat). Die anderen Beispiele fallen weg, da αὕτη in Luk 2.37 nur Teil einer Nominalphrase ist und in 1Joh 5,11 am Ende noch ein Prädikat kommt, da wir nur 6 Platzhalter für fehlende belegt hatten.
Somit schließen wir, da im Text der Alten Elberfelder das Prädikat ergänzt wurde („und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde"), dass es so auch in in Eph 2,8 ist: „und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es“. Insbesondere in Sätzen, wo ein Prädikat dieser Art bereits vorhanden war, kann die weggelassen werden. Das könnte man mit eigenen Suchen ermitteln.

7) Der Bezug von καὶ τοῦτο („und dies“)?

Bereits in der deutschen Übersetzung wird es klar, dass τοῦτο („dies“) sich nie auf „den Glauben“ beziehen kann: „Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittelst des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es“;
Die Übersetzer hätten, wäre der Bezug auf Glaube vorhanden, schreiben müssen: „und dieser nicht aus euch, Gottes Gabe ist er“. Wir erkennen das Prinzip der Kongruenz, d.h. Zusammengehöriges muss auch zusammenpassen.
D.h. „und dies“ greift nicht, das wird schon im Deutschen klar, auf den Glauben zurück und heißt also nicht, dass der Glaube nicht aus den Christen ist, sondern von Gott an bestimmte gegeben wird und, da nicht alle Menschen (leider) glauben, an andere (oder die meisten) Menschen nicht. D.h. die Aussage: „Gott gibt den einen etwas, was er den anderen vorenthält, nämlich Glaube“ ist nicht mit Eph 2,8 (und auch keiner anderen Stelle in Gottes Wort) zu belegen, somit ist sie falsch, denn andere Stellen sagen, dass Gott will, dass alle Menschen gerettet werden sollen, also können sie auch glauben, denn der Glaube ist der Weg zur Rettung. Wenn dieser Bezug ganz falsch ist kann man mit BibleWorks schnell zeigen, wenn man zeigt, dass πίστεως („Glaube“) und τοῦτο („dies“) dem Geschlecht nach nicht übereinstimmen. Zum Glück muss man nicht mehr, wie früher nötig, diese Dinge im Kopf haben, sondern man fährt über die beiden Wörter und sieht bei πίστεως („Glaube“) dass es noun, genitive, feminine, singular ist. Das Geschlecht (männlich, weiblich, sächlich) ist also weiblich (feminine). Wenn sich ein Pronomen auf πίστις  („Glaube“) beziehen will, dann nur im gleichen Genus, nur in weiblicher Form.  Im folgenden Bild sieht man die Angabe für das erste Wort „Glaube“):

In diesem Bild die Angabe für „dies“:

Die Gegenprobe sähe so aus: Wir suchen mit der Eingabe Stellen, wo πίστις (“Glaube“) von einem femininen Pronomen gefolgt wird, erhalten Stellen, die zeigen, dass dies im Deutschen auch erkennbar ist wie in 2Tim 1.5 „πίστεως, ἥτις“ (Glauben […], der….).

Worauf bezieht sich καὶ τοῦτο („und dies“) dann, wenn es sich als falsch herausstellt, dass es der Glaube ist, der aufgegriffen wird? Wenn man nur einen AUszug bei Wallace in BibleWorks aufruft, ist dies in dem Fall zutreffend und glaubwürdig, den er schreibt: “More plausible is the third view, viz., that τοῦτο refers to the concept of a grace-by-faith salvation. As we have seen, τοῦτο regularly takes a conceptual antecedent. Whether faith is seen as a gift here or anywhere else in the NT is not addressed by this“. „Plausibler ist die dritte Sicht, nämlich dass τοῦτο sich auf das Konzept der „Rettung aus Gnade durch Glauben“ bezieht. Wie gezeigt, nimmt τοῦτο regulär einen konzeptuellen Bezug auf. Ob Glaube als Gabe oder sonstwo im NT gesehen wird, wird dadurch nicht angesprochen“. Man könnte diese Aussage anhand von eigenen Suchen erhärten, wenn man folgende Eingabe in BYZ eintippt:
 

Das Demonstrativpronomen τοῦτο (“dies“) kann also ganze Sätze oder Konzepte oder Gedanken aufgreifen, ab und an auch konkrete Bezugswörter, die aber dann ebenfalls im Genus (also neutrum) übereinstimmen (kongruieren) müssen. Das Pronomen kann nach links im Text oder nach rechts zeigen. In Eph 2,8 weist es zurück, also nach links. Unter den Treffern ist auch eines wie in Eph 2,8, wo τοῦτο (“dies“) auf das bisher Gesagte insgesamt eingeht:

Das Pronomen τοῦτο (“dies“) greift zusammenfassend keine Wort konkret auf, sondern die Aussage insgesamt, daher kann man das gut auf Eph 2,8 übertragen. Paulus greift die Aussage im Satz davor insgesamt auf, eben wie es Wallace, dem man hier Recht geben kann (in Fragen der Textkritik nicht), auch sagte.

Zusammenfassung

Anhand einiger (nicht aller) Fragen, die ein Vers wie Eph 2,8 aufwirft, sollte gezeigt werden, wie man diese Fragen operationalisieren, d.h. dem Computer beibringen kann, und wie man die Ergebnisse auswertet und optimiert.

 

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