Die „Neuapostolische Kirche" ist hervorgegangen als deutscher Sonderzweig aus der »Katholisch-apostolischen Gemeinde".
Die Katholisch-apostolische Bewegung entstand um 1832 von Schottland und England aus.
Sie wurde getragen von Kreisen der Erweckung, die seit längerer Zeit die Wiederkunft Christi als nahe bevorstehend verkündigten, Edward Irving, Pfarrer an der schottischen Gemeinde in London, wurde der geistige Vater der Bewegung, die vor der Wiederkunft des Herrn ein "neues Pfingsten" erwartete.
Als die erflehten Gnadengaben ⬇️ ⬇️ ⬇️
(Wunderheilungen, Zungenreden u. a. m.) hier und da sich ereigneten, erblickte dies Irving als Bestätigung seiner Erwartung:
die Gründung der Endzeitkirche wurde vollzogen.
die Gründung der Endzeitkirche wurde vollzogen.
Als „zu den pfingstlichen Wundergaben gehörig"
hielt man nun auch noch die Erneuerung des neutestamentlichen Apostelamtes für erforderlich;
man wählte zwölf »Apostel" zur Leitung dieser Kirche. .......
man wählte zwölf »Apostel" zur Leitung dieser Kirche. .......
Als jedoch die erwartete Wiederkunft des Herrn ausblieb .....
und dazu ein »Apostel" nach dem anderen starb, trat eine erhebliche Ernüchterung ein, die andererseits Spannung erzeugte.
So erklärten 1860 Geyer und Schwartz als Anhänger des deutschen Zweiges, daß die Zwölfzahl der Apostel durch Zuwahl erneut erreicht werden müsse.
Als sie beide daraufhin aus der »Katholisch-apostolischen Gemeinde" ausgeschlossen wurden, gründeten sie eine neue Bewegung, die sich ab 1907 »Neuapostolische Gemeinde" (später »Neuapostolische Kirche") [NAK] nannte.
Die Zahl der „Apostel" stieg bald, entsprechend der ihnen zugeteilten Gebiete, über zwölf hinaus.
Aus ihrer Mitte entwickelte sich die für den weiteren Verlauf der Bewegung entscheidende Einrichtung des »Stammapostels"
(als erster der Bahnmeister Krebs,-
nach ihm ab 1905 der Landwirt Niehaus,-
ab 1930 der Schuhmacher, spätere Sergeant und Zigarrenhändler J. G. Bischoff; -
ab 1960 wurde W. Schmidt »Stammapostel"). -
Mittelpunkt der Neuapostolischen Lehre ist die Lehre vom Apostelamt.
Für die bibelgläubige Gemeinde ist zwar deutlich, daß das Apostelamt mit dem Tode der durch Jesus eingesetzten Apostel erloschen ist;
dazu ist ja auch die Augenzeugenschaft für das Leben und die Auferstehung Jesu nicht mehr möglich.
dazu ist ja auch die Augenzeugenschaft für das Leben und die Auferstehung Jesu nicht mehr möglich.
Biblische Einwendungen hindern jedoch die Neuapostolischen nicht, den Apostolat und schließlich, mit geradezu uneingeschränkter Vollmacht ausgestattet, den "Stammapostel" zu verkündigen.
Seine Verlautbarungen und Handlungen sind wichtiger als jeder Schriftbeweis, weil im »Stammapostel" Jesus Christus auf dieser Erde gegenwärtig sei; und das vollmächtige Wirken des Christus lasse sich nicht hindern durch biblische Einwände.
»Die lebendigen Apostel sind die Tore zum Reiche Gottes, durch welche man hindurchgehen muß." Das ist reinste Blasphemie!
»Der Jesus von damals kann uns nicht helfen; sein Blut ist in den Sand von Golgatha geronnen und kann uns nichts mehr nützen."
„Eine andere Versöhnung mit Gott gibt es nicht als allein durch das Gnaden- und Apostelamt."
Wo es nach der Schrift gerade darum geht, daß der einzelne Mensch persönlich im Glauben zu dem Dreieinigen Gott in ein Verhältnis gelangt,
werden bei den Neuapostolischen unzulässige Mittlergestalten eingeführt.
werden bei den Neuapostolischen unzulässige Mittlergestalten eingeführt.
Für uns gilt es: »Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus,
der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung."
der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung."
Zur Fortführung ihrer Irrlehre schuf die »Neuapostolische Kirche" sogar ein weiteres Sakrament:
neben der Taufe und der Abendmahlsfeier entstand dazu noch als wichtigstes Sakrament die »Versiegelung".
Ist zwar die Versiegelung neutestamentlich erwähnt, fehlt doch jeder Hinweis, daß der Herr hiermit ein Sakrament eingesetzt hätte als Zeichen der Rettung.
Es kommt hinzu, daß die an sich bereits unerlaubte Mittlerstellung des neuen Apostolats, besonders des Stammapostolats, sich des neuen Sakraments der Versiegelung in gänzlich mißbräuchlicher Weise bemächtigt.
Nur durch einen »Apostel" kann die Versiegelung gespendet werden.
Durch Handauflegung empfängt der »Gläubige" mit der Versiegelung den Heiligen Geist und gehört dadurch zu den
144 000 der Offenbarung, der wahren Gemeinde Christi.
Die Versiegelung kann sogar noch ausgeweitet werden auf bereits Verstorbene; in solchem Falle empfangen Lebende stellvertretend die Versiegelung.
Wo es für die bibelgläubige Gemeinde nicht einmal einen stellvertretenden Glauben gibt, ist es neutestamentlich erst recht nicht denkbar, »sakramentale" Handlungen zu Gunsten von Verstorbenen anzuwenden.
Wo es für die bibelgläubige Gemeinde nicht einmal einen stellvertretenden Glauben gibt, ist es neutestamentlich erst recht nicht denkbar, »sakramentale" Handlungen zu Gunsten von Verstorbenen anzuwenden.
Die Stelle 1.Kor. 15,29 als Beweis anführen zu wollen, ist unerlaubt, da die Stelle nicht recht einsichtig ist und keineswegs angewendet werden darf, um sonstige Grundlinien des neutestamentlichen Glaubens außer Kraft zu setzen. Jedoch ist gerade der Totenkult geeignet, den Neuapostolischen viele Anhänger zuzuführen. In unserem abergläubischen Zeitalter dürfte dies kaum wundernehmen; man sucht sich Propheten, nach denen die Ohren jucken, aber des Herrn Ruf zur Umkehr wird zumeist verachtet.
Durch zielbewußte, straffe, zentralistische Verwaltung in »geistlicher" Hinsicht, gestützt auf die
Vollmacht des unfehlbaren Stammapostels, ......
hat die Neuapostolische Kirche bei ihren Mitgliedern erhebliches Ansehen. Bezeichnend für die Zähigkeit und Vitalität des Zusammenhalts dürfte das Ereignis des Todes des Stammapostels Bischoff (1960) sein.
Bischoff hatte nämlich im Weihnachtsgottesdienst 1951 zu Gießen erklärt; er werde nicht sterben, sondern die Wiederkunft Christi erleben. .......
Neun Jahre hindurch wurde diese Aussage des lehr-: mäßig unfehlbaren Stammapostels in den einzelnen Gemeinden behandelt.
Und nun starb Bischoff doch.
Man sollte meinen, daß solche Dokumentation menschlichen Hochmuts bei erwiesener Niederlage angesichts der überaus zentralen Stellung des Stammapostolats genügt hätte, die Neuapostolische Kirche zu sprengen. Keineswegs.
Der einen Tag nach Bischoffs Tode gewählte neue Stammapostel Schmidt erklärte, es sei unfaßlich, wie Gott Seine Absicht geändert habe.
Die Änderung liegt also bei Gott; denn der Stammapostel kann nicht irren. [....]
Und das wird alles hingenommen in weiterer gläubiger Bejahung der Irrlehre vom neuen Apostolat.
Auch hier ist nur zu warnen vor denen, die abweichen von der Schrift, die doch die einzige und wahrhaftige Richtschnur ist.