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Spiritismus, Okkultismus, Zauberei Neben der Schrift und aus der Schrift
Obgleich mit diesen Titeln nicht eigentlich bestimmte Sekten
angeredet werden, sind doch alle solche Unternehmungen
und Teilhabe an ihnen zu bezeichnen als Handlungen, durch
die sich jemand trennt von der Glaubensgemeinde und damit
vom Heil. Das Kapitel kann den großen Bereich dieser
Wirklichkeiten und Sünden nur kurz andeuten. Doch sollten sie
wenigstens Erwähnung finden, dem Christen zur Warnung.
Was ist Spiritismus? Spiritismus ist der Glaube, daß lebende
Menschen mit den Verstorbenen in Verkehr treten können,
um von ihnen Antwort auf Fragen zu erhallen. Freilich
kann nach der Meinung aller Spiritisten nicht jeder Mensch
diesen Verkehr bewerkstelligen. Es sind Vermittler dazu notwendig,
sogenannte Medien. Wenn z. B. im mystisch verdunkelten
Zimmer die Hände über dem dreibeinigen Tisch
verschränkt werden, muß ein solches Medium anwesend sein.
Nun werden Fragen an den "Geist" gestellt, und der Tisch
buchstabiert durch seine Bewegungen langsam die Antwort.
Es soll auch vorkommen, daß Teilnehmer solcher Kreise
plötzlich „Geister" zu sehen glauben oder irgendwelche toten
Gegenstände in der Luft fliegend erblicken (Elevation). Alle
diese Dinge sind dann den Spiritisten eine Bestätigung dafür,
daß es eine Verbindung zwischen der irdischen Welt und der
Welt der Toten durch den Spiritismus oder Okkultismus
gibt.
Die Zahl der spiritistischen Kreise ist in allen Ländern
sehr groß. Es gibt Menschen, die meinen, in diesen Dingen
einen Beweis für den christlichen Glauben zu haben. Deshalb
verbinden sich leider manche Christen mit diesen Kreisen, um
eine Bestätigung ihres Glaubens darin zu finden.
In das gleiche Gebiet wie der Spiritismus gehört das Wahrsagen
und Zukunft deuten aus den Spielkarten, der Handschrift, den
Handlinien oder irgendwelchen anderen persönlichen Gegenständen.
Je mehr man diese Dinge prüft, desto mehr zeigt sich zwar, daß viele
Medien und Wahrsager gemeine Betrüger sind.
Um ihres Erwerbs willen haben sie sich
besonders geschickte Methoden der Wirkung auf ihre Mitmenschen
angeeignet.
Trotz alledem sind bei genauer Prüfung auch Tatsachen zu verzeichnen,
die einfach unerklärlich sind. Es kommt vor, daß ein Medium Gedanken,
die es nicht aus sich selbst zu haben vermag, lesen und beantworten
kann. Seine Worte muß es aus den Gedanken eines Mitanwesenden
abgelesen haben. Jemand kann über Raum und
Zeit hinweg Dinge erkennen und deuten, die mit den uns bekannten
Sinnen nicht zu erfahren und zu deuten sind. Es
gibt also eine Welt von Dingen, die wir mit unserem Verstand
nicht zu deuten vermögen. Das ist aber noch kein Beweis
dafür, daß der Mensch oder auch nur einzelne Menschen die
Möglichkeit hätten, sich mit ihren Sinnen und Gedanken
über diese geschaffene Welt zu erheben und in die Gotteswelt
einzudringen. Es gibt wahrscheinlich auch Vorgänge in
unserer Welt, die sich nach den uns bekannten Naturgesetzen
nicht erklären lassen. Darüber hinaus wären zu nennen:
Zauberei, Besprechen von Krankheiten u. a. m.
Sehr wichtig ist nun die Frage, ob ein Christ sich überhaupt
mit derartigen Dingen abgeben darf. 5. Mose 18, 9 - 13 heißt
es: »Wenn du in das Land kommst, das dir der Herr, dein
Gott, geben wird, so sollst du nicht lernen tun die Greuel
dieser Völker, daß nicht unter dir gefunden werde, der seinen
Sohn oder Tochter durchs Feuer gehen lasse, oder ein
Weissager oder ein Tagewähler oder der auf Vogelschrei
achte oder ein Zauberer oder Beschwörer oder Wahrsager
oder Zeichendeuter oder der die Toten frage.
Denn wer solches tut, der ist dem Herrn ein Greuel, und um solcher Greuel
willen vertreibt sie der Herr, dein Gott, vor dir her."
Das Befragen der Toten, das Wahrsagen und Weissagen wird
also hier ausdrücklich von Gott verboten. Es gilt als ein
heidnischer Greuel, als ein Grund dafür, warum Gott Völker
verworfen hat und straft (Vers 13). In der Apostelgeschichte
lesen wir, daß es Paulus wehe tut, als ihm in Philippi eine
Frau mit ihrer Wahrsagerei nachläuft. Sie redet die Wahrheit
über Paulus. Sie weist sogar Menschen darauf hin, 'daß
Paulus und Silas ihnen den Weg der Seligkeit verkündigen
(Apostelgeschichte 16, 17). Aber weil sie ihre Erkenntnis nicht
durch den Glauben empfangen hat, sondern durch den
»Wahrsagergeist", gebietet Paulus im Namen Jesu Christi,
daß dieser Geist von ihr ausfahre.
Weil Gott uns Menschen lieb hat, verbietet Er uns, diesen
Geistern zu dienen und mit ihnen in Verbindung zu treten.
Wer nach Seinem Gebot leben will, muß Ihm die Zukunft
überlassen, wie alles, was Er uns verborgen hält. Der Christ,
der die Schranke zum Reich der Toten durch den Spiritismus
zu überbrücken trachtet, der Christ, der die Geheimnisse
Gottes in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit
irgendwelchen Mitteln zu ergründen versucht, verliert die
einzige Verbindung, die Gott mit uns hergestellt hat. - Die
Barmherzigkeit und Gnade unseres gekreuzigten und
auferstandenen Heilandes können wir nur im Glauben ergreifen
— wir verlieren sie, wenn wir uns irgendwelcher mystischen
Zauberei hingeben. In der Auferstehung werden wir keine
Fragen mehr über die Welt der Toten haben, dann werden
uns alle unsere Fragen beantwortet sein. Wer Geheimnisse
Gottes vorher neugierig ergründen will, wird hier auf Erden
immer wieder erstaunlichen Lügen verfallen und an jenem
Tage die schreckliche Antwort des Gerichts zu hören bekommen.
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Die „Christliche Wissenschaft" (Christian Science) Neben der Schrift
Die Gründerin dieser nordamerikanischen Sekte ist Mary
Baker Eddy (geb. 1821, gest. 1910). Als ihr erster Mann starb,
verstärkte sich ihre Nervosität, so daß sie zeitweise gelähmt
war. Ärzte erklärten die Krankheit für Hysterie. 1853 schloß
sie mit dem Zahnarzt Patterson eine zweite Ehe, die aber bald
darauf geschieden wurde. Ihre Krankheit schien unheilbar
zu sein. Da lernte sie 1862 einen völlig unchristlichen
Wunderdoktor namens Quimby kennen, der allen Kranken gegenüber
die Methode anwandte, daß er ihnen ihre Krankheit beharrlich
ausredete. Dieser Heilmethode liegt die Meinung zugrunde,
daß alle Leiden nur auf einem falschen Denken beruhen.
Quimby verwandte gern und reichlich alle Hilfsmittel der
Suggestion, z. B. Berührung mit Knien und Fingern. Mary Baker
fand bei ihm nur eine zeitweise Besserung. Am 1. Februar 1866
glitt sie aus und blieb bewußtlos liegen. Ärztliche Hilfe schien
vergeblich zu sein. Da schickte sie am dritten Tag alle aus
dem Zimmer und las in der Bibel die Geschichte vom
Gichtbrüchigen (Matth. 9). Sie fühlte sich selbst angesprochen,
erhob sich, kleidete sich an und glaubte nun, den Schlüssel
zur Heilung jeder Krankheit gefunden zu haben. Ihr damaliger
Arzt hat sie im selben Jahr noch öfter besucht und behandelt,
aber sie selbst hielt diesen 3. Februar 1866 für den Tag, an
dem ihr die richtige Offenbarung zuteil wurde. Sie schrieb
dann ein Buch:
„Science and Health (Wissenschaft und Gesundheit)
mit Schlüssel zur Heiligen Schrift", das von ihren
Anhängern als so unfehlbar angesehen wird, daß nicht einmal
eine Übersetzung ohne den englischen Originaltext gedruckt
werden darf. Sie heiratete 1877 einen ihrer Schüler namens
Eddy. Am 3. Dezember 1910 starb sie, „eine Körperhülle, die
der Glaube verlassen hat". In ihren Kirchen wurde gemeldet:
„Mary Baker ist aus unserem Gesichtskreis geschieden."
In der ganzen Welt gibt es Gemeinden der Christlichen
Wissenschaft, in denen von ihr ausgebildete Lehrer ihre
Lehren vortragen. Jede Gemeinde besitzt vor allen Dingen
ein Lesezimmer, in dem außer der Bibel nur die Schriften von
Mary Baker Eddy ausgelegt werden dürfen. In Amerika
gehören dieser Sekte auch große Tageszeitungen und
Rundfunkstationen. Ihre offizielle Bezeichnung lautet:
„Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler".
Es ist eigentlich falsch, die Anhänger der Christlichen
Wissenschaft „Gesundbeter" zu nennen. Man müßte sie
vielmehr „Gesunddenker" nennen. Krankheit und Tod beruhen
nach ihnen auf einer falschen Grundeinstellung. Die
Scientisten lehren: Als Gott den ersten Menschen vor der
Erschaffung des Weibes in einen tiefen Schlaf fallen ließ, hat
Adam Gott vergessen und ist der Täuschung verfallen, daß
Leben und Geist aus der Materie kämen. Seitdem hält der
Mensch die Materie und damit auch Krankheit und Tod für
wirklich, und weil er Krankheit und Tod für wirklich hält,
muß er selbst auch leiden und sterben. Weil er das Böse
und die Sünde für möglich hält, muß er Böses tun. Sobald
der Mensch im Gemüt erkennt, daß er nicht zu sündigen
braucht, ist er Herr über die Sünde. Die Menschen sind
krank, weil sie sich für krank halten; sie sterben, weil sie
meinen, sterben zu müssen. Auf „richtiges Denken" kommt
es an.
Indem die Christliche Wissenschaft von „Gott" spricht,
kann dieser Begriff auch ersetzt werden durch „Geist" oder
„Gemüt"; es handelt sich also nicht um den heiligen
personenhaften Gott der Bibel, vor dem der Mensch nur ein Sünder
ist. Dieser ihr „Gott" wird von der Christlichen Wissenschaft
als allein wirklich behauptet, alles andere sei nur Schein und
Irrtum. Es wird also die Schöpfung geleugnet. So gebe es
auch keine Materie. Die uns umgebende Welt sei eine Sinnes-
täuschung. Weil nun „Gott" allein wirklich sei, gebe es auch
keine Sünde, noch Tod oder Krankheit als deren Folge; Sünde
sei nur Wahnvorstellung; der Mensch von Natur gut. So seien
auch Tod und Krankheit nur Ergebnis unserer Vorstellung. —
Und wie kam es zu der behaupteten Sinnestäuschung? Auf
die Frage nach dem Ursprung dieses verhängnisvollen Irrtums
kann die Christliche Wissenschaft verständlicherweise nicht
auf den Sündenfall (1. Mose 3) verweisen als den Beginn der
Sünde im Menschen. Vielmehr wird gearbeitet mit der seltsamen
Vorstellung von „Adamstraum", den Adam (1.Mose 2, 21) während
des tiefen Schlafs bei Erschaffung der Frau gehabt habe,- durch diesen
„Traum" sei er in den Irrtum verfallen, das Weltall sei etwas Wirkliches,
nicht nur eine Widerspiegelung Gottes. Dabei ist „Gott" als alleinige Wirklichkeit
zugleich unendliche Güte, die nur Gesundheit und Leben wirken kann.
-Auch hinsichtlich der Person Jesu hat die Christliche Wissenschaft
ihre Irrlehre. Zunächst unterscheidet sie
zwischen dem Menschen Jesus und dem Christusgeist, der
auch unabhängig von Jesus vorhanden sei, nur in Jesus besonders
kraftvoll gewirkt habe. Jesus sei der erste gewesen,
der die Christliche Wissenschaft in ihrer reinen Gestalt
verkündigt und ausgeübt habe. Er habe den Hinweis zum
„richtigen Denken" gegeben, daß man nur die entsprechende
Wendung vom Unwirklichen zum Wirklichen zu vollziehen
brauche, will man von Sünde, Krankheit und Tod frei werden.
So sei auch Jesu Tod kein wirklicher Tod gewesen und die
Auferstehung nur irrtümlich für eine solche gehalten worden.
Das ist alles schreckliche Irrlehre. Es wird zwar zum Wesen
unseres christlichen Glaubens gehören, daß er Gott in Christus
auch noch heute jedes Wunder zutraut. So hält der erkrankte
Christ daran fest, daß der Herr ihn gesund werden lassen
kann bei jeder Krankheit und ohne jedes Hilfsmittel und
Medikament, wenn der Herr es will. Dabei kann der Christ
auch ärztliche Hilfe dankbar aus Gottes Hand annehmen.
Aber es wird ebenfalls zum Wesen des christlichen Glaubens
gehören, daß die Krankheit wie alles Leid samt dem Tode
anzusehen ist als eine Folge der Trennung von Gottes Willen
und Leben, — als Folge der Sünde, die nicht verharmlost
werden darf, sondern ewige Verdammnis grundsätzlich nach
sich zieht. Und diese Sünde ist furchtbare Wirklichkeit, so
gut wie die Schöpfung der Welt durch Gott Wirklichkeit ist
und nicht nur Vorstellung. Die Wirklichkeit der Sünde ist so
gewaltig, daß der sündlose Opfertod des Christus Gottes
nötig war, um zu retten den, wer sich rufen läßt. Dazu läßt
sich die Tatsache des Todes nicht trennen von der der Sünde:
»Der Tod ist der Sünde Sold" (Rom. 6, 23); „Der Stachel des
Todes ist die Sünde" (1. Kor. 15, 56). Es wird auch für den
christlichen Glauben feststehen, daß es kein Ereignis gibt
ohne Gott. So gebraucht Gott auch die Krankheit, wenn ein
Zweck erreicht werden soll, zur Züchtigung; es kann ebenfalls
der Satan mit Krankheit schlagen, und das mit Auftrag
und Zulassung Gottes (Hiob und 2. Kor. 12).
Wenngleich für das einzelne Menschenleben nicht unbedingt
ursächliche Zusammenhänge zwischen einer bestimmten
Krankheit und einer bestimmten Sünde festgestellt werden
sollen noch können (Hiob; Joh. 9), sieht doch die Bibel
grundsätzliche Zusammenhänge zwischen Krankheit und Sünde.
Auf dieser Erde wird selbst der Gläubige sich immer wieder
zu beugen haben, wenn Gottes Urteil ihn als Sünder kennzeichnet.
So wird er auch nicht empört sein dürfen, wenn
Krankheit ihn trifft. Gewiß darf er um Befreiung von Krankheit bitten,
doch das in der Haltung der Anerkenntnis der
höheren Gedanken und Wege Gottes. Sünde, Krankheit und
Tod zu bloßem Irrtum abzuwerten, ist so viel wie Gotteslästerung.
Auch der Scientist hätte Rettung vor der Verdammnis nötig.
Wenn die Christliche Wissenschaft meint, wöchentlich
Heilungserfolge buchen zu können, so beweist das keineswegs
die Wahrheit ihrer Lehre. Denn einerseits läßt sich
ein großer Teil der Krankheiten durch mehr oder weniger
suggestive und mentale Methode beeinflussen, wenngleich
offiziell von Mary Baker Eddy her ein „Mesmerismus" mit
negativ wirkender Suggestion abgelehnt wurde; jeder Arzt
weiß von der Möglichkeit mentaler wie suggestiver Einflußmaßnahme
auf den Kranken. Das ist noch kein Wunder.
Andererseits aber soll die Möglichkeit des heutigen Wunders
nicht bestritten werden. Doch ist da zu beachten, daß von
der Schrift auch dem Teufel eine Wundermächtigkeit zugeschrieben wird,
um zu verführen, die die Liebe zur Wahrheit
verachten (2. Thess. 2, 9—12).
Es wird uns fernliegen, Heilungserfolge der Christlichen Wissenschaft
zu bestreiten? nur beweisen sie keineswegs eine christliche Ausrichtung dieser
Sekte und sind keine Glaubensheilungen im Sinne der Bibel.
Wo die Christliche Wissenschaft in der Bibel liest und doch
die Bibel umgeht, indem sie eine Erniedrigung vollzieht von
Gott, Jesus Christus und dem Heiligen Geist zu gleichklingenden Größen
menschlicher Phantasie, hat die Christliche
Wissenschaft den Weg der Rettung verlassen und ist zur
Selbsterlösung geschritten. So sehr es den natürlichen Menschen
schmeichelt, wenn ihm der Weg einer Selbsterlösung
angeboten wird, so sehr demütigt uns die biblische Christusbotschaft,
wenn sie zunächst unser Verlorensein ausspricht,
um über den Weg der Glaubenshingabe an den sündlosen
Gottessohn auf Golgatha die unfaßlich und doch wirkliche
Rettung zu verkündigen. Wo von Wirklichkeiten in diesem
Kapitel viel die Rede ist, wäre dies zu bekennen: Wirklich ist
der Gott der Bibel und nicht sein Konterfei menschlichscientistischer
Erfindung; wirklich ist die Sünde als Abfall
der Menschen von dem heiligen Gott, aber auch ihre Vergebung
in Glaubensverbindung mit dem Erlöser auf Golgatha;
wirklich ist Krankheit, Tod und Verdammnis als wohlverdiente
Strafe Gottes für den Sünder, aber auch das Handeln der freien
Gnade Gottes, der die Krankheit uns nehmen
und ebenso lassen kann, der jedoch seiner Glaubensgemeinde
ewige Herrlichkeit verheißt. Und dieses christliche Glaubensleben
trägt schon hier auf Erden Früchte, wenngleich als
Anfang und noch in Schwachheit, - Früchte, die eine selbst
in das Äußere wirkende Ordnung nach sich ziehen: .Darum,
ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung;
das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden"
(2. Kor. 5,17)
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Die „Zeugen Jehovas" („Ernste Bibelforscher") Neben der Schrift WTZJ Zeugen Jehovas
Ins Leben gerufen wurde die Sekte durch den nordamerikanischen Kaufmann
Charles T. Russell (1852—1916).
Die von ihm eingerichtete „Wachtturm-, Bibel- und Traktatgesellschaft",
die er bis zu seinem Tode leitete, hat ihren Hauptsitz
in Brooklyn, dem Industrieviertel von New York.
Sein Nachfolger wurde der Jurist Rutherford (gest. 1942), dem später
N. H. Knorr in der Leitung folgte.
Von den USA aus wird die sich auf 86 Länder erstreckende propagandistische
Tätigkeit der Sekte zentral gesteuert.
Zunächst „Russelliten" oder „Millenniums-Tagesanbruchsleute"
(Millennium=Tausend Jahre) oder „Ernste Bibelforscher" genannt, bezeichnete sich
die Sekte ab 1931 als „Zeugen Jehovas", später mit der Zusatzbezeichnung
„Theokratische Organisation" oder „Neue Weltgesellschaft".
Die wichtigsten Zeitschriften sind „Der Wachtturm" und „Erwachet!".
Die Bewegung nahm ihren Beginn durch eine Schrift von
Charles T. Russell: „Der Zweck und die Art der Wiederkunft
unseres Herrn". Russell, vom Presbyterianismus herkommend,
hatte sich über den Kongregationalismus adventistischen Kreisen zugewendet.
Von ihnen übernahm er nicht nur das Warten auf den Jüngsten Tag, sondern meinte auch,
sich ihren Berechnungen anschließen zu sollen.
So verkündigte die genannte Schrift, daß Christus bereits 1874 unsichtbar wiedergekommen
sei; 40 Jahre später - 1914 - habe man den großen Tag zu erwarten, an dem das
„Tausendjährige Reich" auf dieser Erde sichtbar in Erscheinung trete.
Als 1914 stattdessen der erste Weltkrieg begann, setzte ein neues Konstruieren ein, das die
3 1/2 jährige irdische messianische Wirksamkeit des Herrn mit berücksichtigte.
Als auch 1918 sich das Gewünschte nicht ereignete, wurde ein neuer Termin errechnet:
1925.
Danach hieß die Parole: »Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen.
Satan tobt sich am Schluß seiner Herrschaft noch einmal aus;
aber die Entscheidungsschlacht von Harmagedon steht ganz nahe bevor ... "
Man könnte sagen, daß das Hervortreten mit den „unbedingt gültigen" Terminberechnungen
und den folgenden Fehlschlägen die Sekte einem vernichtenden Gespött preisgegeben
hätte. Und es ist auch so, daß die Erwähnung der »Zeugen Jehovas" vielfach belächelt wird
mit Hinweis auf solche Konstruktionen.
Doch ist die Sache ernster anzusehen. Denn berechnen wollte schon mancher die
Wiederkunft des Herrn,- man wird das bedauern müssen, ohne daß man jedoch
zu solchen Kreisen die gleiche gegnerische Stellung einzunehmen hätte,
wie sie uns geboten ist bei den „Zeugen Jehovas".
Womit ist das begründet?
Man kann zunächst allgemein sagen, daß die Bezeichnungen
»Zeugen Jehovas" wie »Ernste Bibelforscher" bereits irreführend sind.
Es geht dieser Sekte nicht um den Gott der Bibel (Jehova oder Jahwe)
noch um die zentrale Botschaft der Bibel überhaupt.
Es geht der Sekte nicht um das schriftbezeugte Heilswerk des Gottessohnes Jesus Christus.
Ja, es geht auch bei Verkündigung des »Tausendjährigen Reiches"
nicht um das Zeugnis der Bibel von den letzten Dingen, wobei das
Tausendjährige Reich biblisch nur sehr knapp erwähnt wird (Offenbarung 20, 1 - 7).
Das von ihnen verkündigte „Tausendjährige Reich" ist ein Gebilde
menschlich-irdischer Glücksphantasie, die an islamitische wie
sozialistische Zukunftserwartungen erinnert.
Es geht dabei nicht um den Drei- einigen Gott noch um das von Ihm
ausgehende ewige Leben,
das als Heiliger Geist den Menschen gestaltet. Wo die Bibel erklärt,
daß Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können (1. Kor. 15, 50),
stellt die mit dem „Tausendjährigen
Reich" der Sekte erwartete Zukunft nichts dar als eine störungsfreie,
ins Unendliche verlängerte irdische Existenz des alten Menschen.
Da ist nicht Gott im Mittelpunkt, sondern der Mensch.
Wie bietet sich die Auffassung der „Zeugen Jehovas' im Einzelnen dar?
Zunächst ist zu erwähnen, daß das biblische Zeugnis von der Heiligen
Dreieinigkeit von ihnen als kirchliche Erfindung abgelehnt wird. Jesus,
der Christus, sei nicht gottgleich noch der Heilige Geist.
Jesus habe nur als das erste Geschöpf Gottes zu gelten, mit dem Gott zwar einen
erheblichen Schlag gegen den Satan zur „Rechtfertigung Gottes" ausführt.
Die von der Kirche der ersten Jahrhunderte betont abgelehnte Lehre des Arius,
der Jesus aus der Menschheit zu halbgöttlicher Würde aufsteigen läßt,
wird von den „Zeugen Jehovas" als zutreffend bezeichnet.
So ist die Stellung Jesu Christi durchaus nur am Rande dieser
sektiererischen Vorstellung, wenngleich Jesus im Zusammenhang des
großen Endzeitdramas eine Rolle innehat.
Er ist jedoch nicht der Mittler, wie ihn die Bibel kennt. Christi Bedeutung kann
eigentlich umschrieben werden mit der Bezeichnung „Loskaufopfer". Worin besteht das?
Wer annimmt, daß das Golgathaopfer der Bibel mit dem „Loskaufopfer" gemeint sei, irrt.
Es ist nicht gemeint die Stätte, wo der Sündlose zwar durch die Sünde starb und
zugleich zur Vergebung der Sünde für alle, die sich in Glaubenshingabe
von seiner Liebe binden lassen.
Es geht bei der Sekte nicht um das Sterben des alten Menschen in Christi
Grab noch um die Erstehung des neuen, der nach Gott geschaffen ist in
Gerechtigkeit und Heiligkeit, beginnend heute
Die
und hier in Schwachheit zur Vollendung in ewiger Herrlichkeit
Gottes. Es geht nicht um ein hier sich vollziehendes geistliches
Gericht über die natürliche Art des Menschen noch um die
geistliche Gabe der Gnade als Glaube, Liebe und Hoffnung,
in Versöhnung mit dem Heiligen Geist. — Für das geistliche
Leben des „Zeugen Jehovas" hat das » Loskaufopfer" Christi
keine Bedeutung. Wer die Garantie haben will, zu den nicht
dem Harmagedon-Gericht verfallenden 144 000 zu gehören,
findet diese in der Zugehörigkeit zu der „Theokratischen
Organisation" der „Zeugen Jehovas" — allerdings Zugehörigkeit
mit allen Konsequenzen des Gehorsams gegenüber der
Zentralleitung in Brooklyn und ihren „geistlichen" Anweisungen.
Wer so zur Sekte gehört, hat es — so wie er ist —
geschafft im Blick auf seine Zukunft.
Das „Loskaufopfer"
Christi ist zu solcher Garantie nicht erforderlich; hier erlöst
der Mensch sich selbst. Das „Loskaufopfer" bedeutet lediglich,
daß zu Beginn des „Tausendjährigen Reiches" alle Menschen
auferstehen werden, die noch nicht vor die Entscheidung Jesu
gestellt worden sind (d.h. alle außer denen,
die sich zu Erdenzeiten Jesu die Verurteilung bereits zuzogen),-
sie werden auferstehen zur Bewährung; erzeigen sie sich
nicht als würdig, verfallen sie dem Endgericht.
Nur diese Auferstehung zu Beginn des „Tausendjährigen Reiches"
bewirkt - der Sekte zufolge - das „Loskaufopfer" Christi,
wobei dies Ereignis nach der Bibel nicht einmal vorgesehen ist.
1. Petr. 3,19 sowie 1. Petr. 4, 6 wird lediglich davon gesprochen,
daß (vielleicht zwischen Christi Kreuzigung und Auferstehung)
der Herr solche Verstorbene noch einmal vor die Entscheidung
stellte, die der Menschheit vor der Sintflut angehörten. Die
Behauptung, daß umkehrunwillige Verstorbene noch einmal vor die
Entscheidung gestellt würden, ist Irrlehre. So ist mit der noch
dazu falschen Lehre vom „Loskaufopfer" die Heilstat; des
Gekreuzigten für die »Zeugen Jehovas" nicht vorhanden.
Auch gibt es für "Jehovas Zeugen" keine leibliche, nur eine
.geistige" Auferstehung Christi, verständlicherweise auch
keine Himmelfahrt des Herrn. - Ja, für sie gibt es auch keine
unsterbliche Seele, es gibt keine Existenz für die im Endgericht Verurteilten.
Alle Verurteilung endet mit Vernichtung
von Leib und Seele. Es gibt keinen Himmel und keine Hölle.
Auch an dieser Stelle erkennen wir das bewußte Abweichen
von der biblischen Botschaft.
Indem Stück für Stück die biblische Zentralverkündigung
verfälscht wird, trennen sich die »Zeugen Jehovas" vom Heil.
Sie sprechen erhaben vom Gerichtstag des Harmagedon in
blutrünstiger Anschaulichkeit und übersehen, daß im
schriftbezeugten Jüngsten Gericht uns nur eins retten kann vor
ewiger Verdammnis: die Glaubensverbindung zu dem in der
Schrift bezeugten Gottessohn. Die irdisch-natürliche Denkweise,
deren Phantasie ihr »Tausendjähriges Reich" ausmalt,
dessen natürlich-menschlicher Charakter sich anschließend in
die Ewigkeit hinein fortsetzt, ist nur ein Ausdruck menschlicher
Selbsterlösung und Gottlosigkeit. - So kennt ja auch
die Sekte kein eigentliches Glaubensleben.
Die Öde zeigt sich ebenfalls im Kult. Wer klug genug ist zu der
Absicht, der
Vernichtung im Harmagedon-Gericht zu entgehen, entschließt
sich zur Einordnung in die Sekte in gleicher Weise, wie man
Mitglied einer zukunftsträchtigen Revolutionspartei wird.
So könnte man auch die Werbetätigkeit der »Verkünder",
»Pioniere" usw. eher dem Einsatz einer Propagandatruppe
vergleichen als dem einer religiösen Gemeinschaft.
Aus natürlichem Erhaltungstrieb läßt man sich so auch durch die
»Taufe" aufnehmen in die »Theokratische Organisation".
Allerdings ist unbedingter Gehorsam nötig. Neben an sich
erfreulichen Absagen an mondänes Wesen gilt es, in die
Werbeaktivität einzutreten, die nach jeweiligem Zeitaufwand
gestaffelt ist (»Verkündiger" werben monatlich 60 Stunden;
.Pioniere" monatlich 150—175 gegen geringe Bezahlung;
dazu die hauptamtlichen Werber). Da die »Zeugen Jehovas"
seit 1931 sich nicht nur als Propagandatruppe, sondern geradezu
als die Heilsgemeinde, sogar »Nation" verstehen,
lehnen sie eine Bindung an den jeweiligen Staat ab.
So bedeutete ihre Verweigerung des »Deutschen Grußes"
sowie des Wehrdienstes gewiß eine lobenswerte Absage an die unmenschliche
Despotie des Dritten Reiches (die Sekte wurde mit anderen
Widerstandsgruppen und der Bekennenden Kirche oft grausam
verfolgt, etwa 2000 mußten ihr Leben lassen); aber selbst in
den freien USA mußten wegen Ersatzdienstverweigerung etwa
4 000 von ihnen Gefängnisstrafen auf sich nehmen.
Doch sogar bei solchen eindrucksvollen Opfertaten geht es nicht
eigentlich um ein geistliches Zeugnis, vielmehr um Selbsterhaltung;
denn der Nichtstandhafte verfällt dem Gericht des
Harmagedon, wogegen der Standhafte im „Tausendjährigen
Reich" und darüber hinaus einer führenden Stellung sicher ist.
Und so sehr auch der Christ verpflichtet ist, um der Reinheit
der Lehre und damit um des Heils willen auf Irrlehren und
Fehlentwicklungen an christlichen Gemeinschaften und
Kirchen Anzuweisen, hat die Kritiksucht der »Zeugen Jehovas"
wiederum den Hintergrund, möglichst viel Anwärter ihrer
»Theokratischen Organisation" zuzuführen. Dabei ist für den
»Zeugen Jehovas" ja seine Sekte auch letztlich der Mittler
für Zeit und Ewigkeit, für die menschlich erdachte Zukunft
seines „Tausendjährigen Reiches". Wir können es da nur
bezeugen:
»Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die
verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden,
ist es eine Gotteskraft" (1.Kor. 1,18)
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Die Siebenten/Tags Adventisten Aus:_ 7- Sekten Adventismus Sabbatismus
Sie gehören zu den Richtungen, die die Wiederkunft Christi auf diese Erde zur Einleitung des Jüngsten Tages (Advent = Ankunft) berechnen wollen. Gewiß sollte es zur geistlichen Existenz aller, die sich Christen nennen, gehören, daß sie Ausschau halten nach diesem Tage. Auch Luther meinte u. a. bei seinem Aufenthalt auf der Coburg (1530), während auf dem Reichstage zu Augsburg über die Zukunft des Protestan tismus verhandelt wurde, täglich sei die Wiederkunft des Herrn zu erwarten. Und wie warnt Jesus vor einem kirchlich tolerierten Wohlstandsoptimismus und Diesseitsmaterialismus, indem er (Luk. 21, 34—36) es wiederholt betont, er werde kommen wie ein Dieb in der Nacht; darum solle die Gemeinde nur ja wachen und sich nicht dem Diesseitigkeits- denken ergeben. Allerdings spricht der Herr es auch aus1
(Matth. 24, 36): -Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand etwas, auch nicht die Engel im Himmel, sondern allein mein Vater."
Es ist daher nur bedauerlich, wenn Menschen, die an sich bereit sein wollen zur Begegnung mit dem Wiederkommenden, letzteren Vers nicht beachten, sondern sich durch willkürliche Anwendung biblischer Zahlangaben dazu verleiten lassen, einen Termin eigener Annahme als Tag der Wiederkunft Christi zu prophezeien. So geschah es dem baptistischen Farmer William Miller (1782—1849) in Nordamerika. Als stiller Schriftbetrachter ging er aus von Dan. 8,14: „Bis 2300 Abende und Morgen um sind, dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden." Indem er die Stelle unerlaubter Weise auf die Wiederkunft Christi mit einem Läuterungsweltenbrand nach 2. Petr. 3, 10 bezog, meinte er, darüberhinaus über die Zahlangaben für seine Berechnungen ver- fügen zu dürfen. Gründend auf dem Jahre 457 v. Chr. (Beginn des Wiederaufbaus Jerusalems nach Rückkehr Esras aus der babylonischen Gefangenschaft) stellte er die Behauptung auf, daß der Herr zwischen dem 21. März 1843 und dem 21. März 1844 wiederkommen werde. Nach umfangreicher Missionstätigkeit wartete Miller mit einer Schar frommer Leute vergeblich. Wo die Enttäuschung Platz greifen wollte, meinte einer seiner Anhänger, daß der Wiederaufbau erst im Herbst begonnen habe. So wurde der 21. Oktober 1844 als gewiß gültiger Termin angenommen. Millers Anhänger hatten bereits Werte verschenkt, die Ernte wurde nicht eingeholt; in weißer Kleidung wollte man völlig frei sein für die Begegnung mit dem himmlischen Herrn. Es ist eigenartig, daß die Bewegung trotz der erwiesenen Fehlrechnung noch nach 1844 an Zahl zunahm (bald über 50 000). Miller hatte sich resigniert zurückgezogen. Es entstanden dennoch sogar Gemeinden, jedoch ohne Zusammenschluß, so daß die Bewegung bald in verschiedene adventistische Richtungen auseinanderfiel.
Die „Adventisten vom siebenten Tag" (»Siebenten-Tags-Adventisten") konnten bald als größte Gruppe erwähnt werden. — Wie entstand die Bezeichnung dieser Adventistengemeinde? Obwohl Miller seinen »Fehlschlag" zugegeben hatte, suchten doch Adventisten erneut nach Daten und Anhaltspunkten. Nach verschiedenen Überlegungen kam der Gedanke auf, daß die Wiederkunft Christi auf Erden sich verzögert habe, weil das „Heiligtum" noch nicht „gereinigt" sei.
In diesem Zusammenhang gab eine Frau Ellen Gould White (1827-1915),
Ehefrau eines Gemeindeältesten, die außer dem ehemaligen Kapitän Joseph Bates geistig führend in dieser Gruppe wurde, eine „Vision" bekannt:
Sie sah im himmlischen Heiligtum die Bundeslade mit den zwei Steintafeln der Zehn Gebote; dabei war das Gebot:
„Du sollst den Sabattag heiligen!" durch einen Lichtkranz besonders hervorgehoben.
Nun glaubte man, die Sünde erkannt zu haben, ohne deren Beseitigung das „Heiligtum" nicht als „gereinigt" angesehen werden dürfe.
Hatte es schon früher sabbatistische Richtungen gegeben, forderte die Gruppe nun offiziell statt der christlichen Sonntagsfeier das Halten des siebenten Wochentags als Ruhetag (Sabbat).
Neben sonstigen persönlichen Heiligungsbestrebungen (erfreulich: eine ablehnende Haltung zu Alkohol und Tabak) verfiel man aufgrund dieser „Vision" der „Prophetin" White auf den Gedanken,
daß - abgesehen vom Zeremonialgesetz (das durch Fortfall des Tempels und durch Christi Opfertod überholt ist) — das sonstige alttestamentliche Gesetz doch noch eine heilsvermittelnde Stellung besitze und eine entsprechende Beachtung verdiene.
Die hier an uns gerichtete Frage wird nicht abgetan werden dürfen durch die Auffassung, daß das Alte Testament nur bedingt oder gar nicht heilige Schrift sei; es ist auch nicht angängig, einem Antinomismus, der die Gültigkeit der Gebote in Abrede stellt, zur Beantwortung Raum zu geben. Wie der Gottessohn im Alten Testament Wort Gottes sah, das nicht aufgelöst werden dürfe, so werden wir uns nicht zu Herren des göttlichen Wortes machen können? und wo, viel- leicht durch Schwierigkeiten bei der Textüberlieferung, uns Stellen dunkel bleiben, sollten wir es mit Luther halten: »man nehme sein Hütlein ab und gehe vorüber".
In Christus ist das Alte Testament in den Neuen Bund hineingehoben: »Ziel (nicht Ende) des Gesetzes ist Christus,- wer an den glaubt, der ist gerecht" (Rom. 10, 4). Matth. 22, 34-40 ist eine Zusammenfassung der alttestamentlichen Bestimmungen, ausgedrückt durch zwei Verse des Alten Bundes (5. Mose 6, 5 und 3. Mose 19, 18), wenn der Herr das Doppelgebot der Liebe ausspricht. Antinomistische Neigungen, die sich nicht selten praktisch als Laxismus äußern, haben von der Bibel aus keine Begründung.
Aber gerade, wo Christus das Ziel des Alten Bundes ist, kann nicht mehr (im Sinne zahlreicher Adventisten) in der Befolgung alttestamentlicher Einzelbestimmungen der Weg des Heils gesehen werden.
Hinge unsere Rettung von der Erfüllung des Gesetzes ab, würde kein Mensch gerettet nach Adams Fall, selbst nicht in dem besten Leben. Das Gesetz kann uns praktisch nicht retten. Doch dürfen wir uns in Glaubens-hingabe an den klammern und uns so in Sündenvergebung unter dem Kreuz von Golgatha durch IHN retten lassen, der der Erfüller des Gesetzes gewiß war und ist: Jesus, den Gottessohn. Wird so auch für den Christen das alttestamentliche Gesetz, soweit es nicht in Golgatha unter Fortfall des Tempels aufgehoben ist, stets Beachtung verdienen als Gotteswort, ist es doch kein heilsvermittelnder Weg. Was soll da die Sabbatbeobachtung der »Siebenten-Tags-Adventisten"?
Durch unsere Stellungnahme soll die zumeist mißbrauchliehe Art der Sonntagsbegehung,
die weitgehend nur noch als gotteslästerlich bezeichnet werden kann, keineswegs beschönigt werden,- doch geht es um den Termin. Dürfte es nicht gottwohlgefällig sein, wenn die Christenheit den Tag der Auferstehung des Christus tatsächlich noch in gottesfürchtiger Weise beginge? Darf man hier nicht sagen, daß der auferstandene .Menschensohn" auch in dieser Hinsicht ein Herr des Sabbats ist (vgl. Matth. 12, 8), wenn die Auferstehungsgemeinde den Ruhetag nunmehr am Tage der Auferstehung Christi begeht? — Es ist schmerzlich, daß die »Siebenten-Tags-Adventisten" im Halten des Sabbats ein Werk sehen, und zwar so, daß diese Gesetzesbefolgung heilsvermittelnd ist. Bedeutet doch der Gekreuzigte allein das Heil.
Man wird erinnert an die überlieferte Aussage eines pharisäischen Schriftgelehrten (späterer Zeitgenosse Jesu), etwa so lautend: „Wenn das Volk nur einen Sabbat wirklich hielte, müßte der Christus erscheinen". Die einzigartige Mittlerschaft des doch schon vorhandenen Christus wird von diesem Pharisäer mißachtet; zugleich aber soll die genaue Befolgung des Gesetzes Gott zum Handeln zwingen. Aber so redet ein Pharisäer. Wollen diese Adventisten vielleicht auch Gott zwingen? Sagt nicht der Herr (Apg. 1, 7): „Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat"? So sehr das Fragen der Adventisten nach der Wiederkunft des Herrn säumige Christen wach- rütteln kann, muß auf der anderen Seite doch deutlich sein, daß der, dem die Gemeinde des Glaubens entgegen harrt, der Herr ist, der allein Recht hat.
In organisatorischer Hinsicht verfügen die „Siebenten-Tags- Adventisten" auch in Deutschland über zahlreiche Gemein den.
Besonders durch Schriftenmission und Besuchstätigkeit treten sie in Erscheinung. Sie unterhalten in Deutschland drei Predigerseminare, davon eins im östlichen Teil. Die Schriften der Ellen Gould White haben heute immer noch das Ansehen von Schriften »prophetischen Geistes".
Eine falsche Prophetin? - Ellen G. White
→ Auflistung falscher Prophezeiungen
► Dann haben sie Jesu Wiederkunft auf das Jahr 1843/44 festgelegt. Aber er kam nicht. (zumindest nicht zu ihnen, denn...)
► Dann wurde behauptet, dass Jesus am 22.10.1844 wiederkommen werde. Viele glaubten daran. Bauern ließen ihre Feldfrüchte verkommen, Kaufleute schlossen ihre Geschäfte, Arbeiter kündigten ihre Jobs, andere verschenkten ihren kompletten Besitz.
► Aber Jesus kam nicht. Und die Leute standen nun mittellos vor einer riesen Katastrophe!
► Ellen White behauptet später schließlich, dass es keine weiteren Errettungen geben werde, dass die Gnadentür verschlossen sei. (ist das eine teuflische Lüge oder nicht?) Schließlich kam man damit nicht durch.
► Aber man behauptete, "Nur wer zu uns gehört, wird errettet werden". Interessant, da es eine Richtung ist, die sich bis dahin durch falsche Prophetien und Panikmache bekannt gemacht hatte.
►Hätte sie Recht, wären bis heute (über 180 Jahre später) alle Christen außer die ihr angehören verloren.
► Sie behauptete auch, England würde der USA den Krieg erklären,
► Jerusalem würde nie wieder aufgebaut werden,
► Menschen von 1856 würden noch bei der Wiederkunft Jesu dabei sein. Ach, diese Liste ist sehr lang... Ich habe einige ihrer Schriften gelesen.
► Sie prophezeite auch, dass Christus zurückkehren würde, bevor die Sklaverei abgeschafft wurde (Frühe Schriften, S.. 35).
►Sie existiert noch heute. (Siehe Josias Litch "Der Aufstieg und der Fortschritt des Adventismus" in The Advent Schild und Review, Mai 1844, S.. 92, zitiert in der Siebenten-Tags-Adventisten Bibelforscher Source Book, S.. 513).
(Siehe auch: Die Siebenten-Tags-Adventisten Enzyklopädie, Band 11, S. 51 und 52 ..)
In Vermessenheit hat der Prophet es geredet; du brauchst dich nicht vor ihm zu fürchten.
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Die Mormonen ► Mormonismus
Sie nennen sich selbst: »Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage".
Gründer dieser Sekte ist der 1805 im nordamerikanischen Staat Vermont geborene Joseph Smith. Unter schwierigen Verhältnissen aufgewachsen, lernte der Fünfzehn jährige durch Besuch von Evangelisationsversammlungen verschiedene Kirchengemeinschaften kennen.
Nach seiner Eigendarstellung wurde Smith durch die Unterschiede und Gegensätzlichkeiten der verschiedenen Kreise verwirrt und betete um Erkenntnis, welcher Kirche er sich anschließen solle.
Die göttliche Antwort habe gelautet, er solle sich keiner der bestehenden Kirchen anschließen, denn sie seien alle Gott ein Greuel, öfters habe Smith fortan Visionen gehabt.
Schließlich sei ihm durch den „Engel Maroni" bei einem Dorf im Staate New York ein Hügel bezeichnet worden, in dem er wichtige Urkunden finden könne.
An bezeichneter Stelle habe er später in einer steinernen Truhe zahlreiche goldene Platten
gefunden, von einem Propheten namens Mormon beschriftet mit ägyptischen Schriftzeichen: das "Buch Mormon".
Lesen und übersetzen konnte Smith das Buch jedoch nur durch eine -Prophetenbrille", die dabei lag. Allein für Smith sei das Buch überhaupt sichtbar gewesen. Hinter einem Vorhang sitzend, diktierte Smith den Inhalt des Buches einem Schreiber in die Feder.
Durch Spende eines reichen Bauern wurde der Druck ermöglicht; das "Buch Mormon" konnte nun gelesen werden (im Umfang etwa der Hälfte des Alten Testaments entsprechend). Das Buch erzählt die angebliche Geschichte der Ureinwohner Amerikas vom Turmbau zu Babel bis zum Jahre 424 n. Chr. — ein eigenartiges Fantasiegebilde.
Dazu enthält es religiöse Anweisungen.
Und — das war möglich! — es fanden sich Menschen, die sich um dies scharten als um ihre "goldene
Bibel".
1830 wurde im Staate New York die Sekte der Mormonen gegründet.
Joseph Smith wurde als ihr Prophet geistliches und weltliches Oberhaupt zugleich. Und als die so entstandene Sekte in den Staaten New York und Ohio verfolgt wurde, gründete Smith im Staate Illinois eine Stadt Nauvoo, deren Oberhaupt er wurde,- die eigene Miliz befehligte er als oberster Kommandeur.
Smith starb mit 39 Jahren, erschossen in einem Gefängnis von einer wütenden Menge.
Im "Verständnis" seiner Anhänger starb er den Märtyrertod.
Um allen Schwierigkeiten zu entgehen, wanderten die Mormonen, etwa 15 000 Personen, unter Smiths Nachfolger Brigham Young, "durch die Wüste" über das Felsengebirge ins Land Utah aus. Unvorstellbare Schwierigkeiten wurden mit harter Entschlossenheit überwunden.
Viele erlagen den Mühen des Weges.
Am Salzsee angekommen, gründete die Sekte die Hauptstadt "Neujerusalem" (jetzt Salt-Lake-City).
Entsprechend ihrer straffen kirchlichen Organisation, verbunden mit großer Opferfreudigkeit ihrer Glieder, blühte die neue Stadt und der Staat schnell auf.
Weitere Städte entstanden.
Ödland wurde mit Erfolg kultiviert. Schon bald wurde vorbildlich die Bereitschaft zu gegenseitiger Hilfe.
Darüber hinaus ist eine uns beschämende Hilfsbereitschaft Außenstehenden gegenüber zu verzeichnen; man denke auch an die Hilfsaktionen nach dem Zweiten Weltkrieg zugunsten des leidenden Europa. Dazu sollte es nicht gering angesehen werden, daß außer einer Zurückhaltung gegenüber Alkohol und Nikotin bei den Anhängern auf gesunde Lebensweise Wert gelegt wird.
Von Anfang an wurde in der Sekte ein sittlich reines Leben gefordert.
Auch wenn in den Frühzeiten der Sekte — im
Gegensatz zu den Anordnungen des »Buches Mormon" — weitgehend die Vielehe herrschte und von manchem Propheten sogar als erforderlich angesehen wurde (es dürfe keine unverheiratete Frau geben), wurde immer wieder betont, daß auch diese Verhältnisse durchaus straff geordnet waren.
Ausschweifendes Leben sollte der Sekte fremd sein. Bevor im Jahre 1896 der Staat, Utah genannt, als selbständiger Staat der Union anerkannt wurde, war die Einehe als staatlich wie religiös allein gültige Form festgelegt.
In Eigendarstellungen betonen die Mormonen, daß Verstöße dagegen geahndet wurden und werden? die Leitung der Mormonen distanziere sich gleichzeitig von irgendwelchen unkontrollierbaren Splittergruppen.
Durch rege Werbetätigkeit hat die Sekte zunehmend Verbreitung gefunden. 1958 betrug ihre Zahl über eineinhalb Millionen Anhänger,- davon dreiviertel in den Vereinigten Staaten. Auch in Europa hat die Sekte viele, wenn auch kleine Gemeinden. Die Werbeerfolge sind besonders erstaunlich,
wenn man sich das seltsame Lehrgebäude der Sekte etwas vor Augen führt.
Hinsichtlich der Lehre der Mormonen ist zu beachten, daß diese Lehre durch hinzukommende „Erkenntnisse" der neuen »Apostel" und "Propheten" in einer steten Entwicklung begriffen ist. Dennoch lassen sich Grundsätze feststellen.
So ist sehr aufschlußreich der Satz:
„Wie der Mensch ist, so war Gott einst; wie Gott ist, so kann der Mensch einmal werden."
Der Grundgedanke der Mormonenlehre dürfte darin wiedergegeben sein. Es geht um den Fortschritt als das oberste Prinzip alles Weltgeschehens. So wird
auch die Gottheit vermenschlicht. Neben einem Urgott gibt es noch viele Götter. Der auf dem Zentralstern wohnende Urgott ist als einziger nicht geschaffen, vielmehr entstand er aus der ewigen, sich selbst bewegenden, intelligenten Materie.
Die Götter sind keineswegs rein geistige Wesen? sie haben einen Körper, alle Glieder und Organe des Menschen, auch menschliche Leidenschaften und Bedürfnisse; sie sind eigentlich dem Menschen nur in der Entwicklung voraus.
So können ja Menschen („Gläubige") auch Götter werden.
Der Mensch ist „ein Gott im Keimzustand". Er ist zu jedem Fortschritt in der Lage.
Das Dasein des Menschen umfaßt drei Entwicklungsstufen:
die vorirdische,
die irdische
und die Stufe des Lebens nach dem Tode.
Hinsichtlich der letzten Stufe ist bezeichnend, daß eine „angesiegelte" Ehe ihre Fortsetzung in der Ewigkeit erfahren werde, da noch viele geistige Kinder gezeugt werden müßten.
Auch hier deutlich die Vermenschlichung des Ewigen.
Wo die Gottheit vermenschlicht ist, kann nicht mehr gesprochen werden von Gottes Heiligkeit; damit entfällt auch der biblische Sündenbegriff als Empörung des Menschen gegen Gottes heiligen Willen (vgl. Römer 1, 18 ff.). Sünde ist bei den Mormonen eigentlich nur Verstoß gegen das Fortschrittsdenken.
Es versteht sich, daß die Erbsünde geleugnet wird.
Die Rechtfertigung aus dem Glauben wird als gottlose Lehre abgetan.
Der Mensch könne nur durch sein Tun zum Ziel gelangen. Wie der Sündenfall der ersten Menschen keine ernsthafte Sache war, so besteht für den Mormonen, ja die Menschheit, auch keine ernsthafte Gerichtserwartung.
Da die Zahl der Verdammten sich, einschließlich dem Teufel, an den fünf Fingern abzählen lasse
(so gering!), wird praktisch volle Allversöhnung gelehrt.
Durch das Sühnopfer Jesu Christi sei praktisch für alle Menschen eine erfreuliche Unsterblichkeit
gesichert, selbst für die Heiden; gewiß beständen Unterschiede im Glückszustand, doch sei es auch in der Ewigkeit noch möglich, sich hinaufzuarbeiten (also selbst hier Fortschritt!).
Breiten Raum nimmt bei der Sekte der Totenkult ein, d. h. ein Bemühen, möglichst vielen Verstorbenen zu einem Fortschritt in der Ewigkeit zu verhelfen.
Immer wieder verwendet die Sekte in mißbräuchlicher Weise biblische Begriffe, Erhöben wir dagegen Einspruch im Namen der Bibel, würde man uns nur entgegenhalten, daß unsere Bibel
„unrichtig übersetzt" sei.
Richtig übersetzt ist nach dortigem Verständnis die Bibel nur dann, wenn sie nicht im
Gegensatz steht zur Mormonenlehre. So ist ja neben der Bibel
das „Buch Mormon" „Wort Gottes" sowie die späteren Offenbarungen, die bis zur Stunde an die neuen „Apostel" und „Propheten" ergangen seien (ähnlich wie bei den Irvingianern),
wogegen für unser biblisch-christliches Denken die Apostel durchaus eine Einmaligkeit darstellen, auf deren Zeugnis die Gültigkeit des Neuen Testaments gründet.
Diese merkwürdige Sekte, die kaum noch christliche Züge aufweist, vielmehr eine Mischung darstellt von Christentum und Heidentum, Judentum und Islam,
— sie behauptet ausgerechnet, die wahre Kirche Jesu Christi zu sein, in der das Evangelium rein gelehrt und die Ämter und Sakramente dem Auftrage Jesu entsprechend verwaltet würden.
Alle anderen christlichen Gemeinschaften seien von der Lehre Christi abgefallen.
Es braucht nicht betont zu werden, daß eine geistige Auseinandersetzung mit einem Mormonenmissionar nicht sinnvoll ist, will man ihm von der Bibel her begegnen.
Unsere Gegengründe werden von ihm abgetan mit der Bemerkung,
daß unsere Bibelübersetzung nicht stimme; nur mit dem Vorverständnis des "Buches Mormon" und sonstiger mormonischer „Erkenntnisse" kann nach Meinung der Mormonen die Bibel richtig erkannt werden.
Für den Christen ist es deutlich, daß demgegenüber die Heilsgrundlage des Wortes Gottes nur noch bezeugt werden kann. Auseinandersetzung ist nicht angebracht.
Nur ist es auch hier wieder schade, wenn manch erfreulicher Mensch, der doch auch zur Rettung berufen sein sollte, zu dem Heilsgrund des Evangeliums nicht gelangt.